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London - Der Traum von 17. WM-Titel ist geplatzt: Phil Taylor gibt eine klare Führung aus der Hand und muss gegen Jelle "The Cobra" Klaasen die Segel streichen.

Nichts wird es mit Titel Nummer 17: Rekord-Weltmeister Phil Taylor ist bei der Darts-WM im Achtelfinale gescheitert.

"The Power" verlor in einer irren Partie mit 3:4 gegen Jelle "The Cobra" Klaasen. Dabei war der Niederländer schon so gut wie raus, als Taylor im Entscheidungssatz mit 2:0 führte. Doch der jüngste Weltmeister aller Zeiten biss sich zurück in das Duell und gewann dank vier Leg-Gewinnen in Folge.

Dabei stellte er den Rekord für die 180 bei dieser WM ein - wie Stephen Bunting warf er 15 Mal das Maximum, unter anderem das 500. des Turniers. "Ich habe nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich es schaffen kann. Ich bin überglücklich", teilte Klaasen mit.

Taylor macht Scheidung zu schaffen

Mit Taylor schied bereits der fünfte Top-Ten-Spieler aus.

"Ich bin nicht fit genug", sagte die 55 Jahre alte Darts-Ikone nach der Partie: "Ich bin mental nicht mehr in der richtigen Position. In meinem Leben passieren gerade einige Dinge. Im Februar steht meine Scheidung an." Er sei froh, dass dieses Jahr, in dem auch seine Mutter verstarb, nun vorbei ist.

Tatsächlich passte Taylors Aus ins Bild einer schwachen Saison. Immerhin aber präsentierte er sich im Vergleich zu seinen bisherigen, mageren Auftritten deutlich verbessert und bewies vor allem auf die Doppel starke Nerven (40 Prozent) - einzig die Doppel-16 bereitete Probleme. Dennoch hielt er mit dem schnell werfenden Klaasen mit.

Führung vergeben, Match verloren

Im letzten Leg des sechsten Satzes überstand er den ersten Matchdart Klaasens, checkte seine 36 Punkte und eröffnete den entscheidenden letzten Satz mit seinem ersten Highfinish der Partie (126 Punkte).

Klaasen hatte nun Probleme mit den Scores und Taylor eigentlich leichtes Spiel - schnell führte er auch mit 2:0 und hatte auch selbst einen Matchdart auf die Doppel-20, den er aber vergab.

Sein niederländischer Gegner blieb cool, fightete sich zurück in die Partie. Nun war es Taylor, der einen Einbruch erlebte. Klaasen beendete das Match auf die Doppel-10.

Der 31-Jährige trifft nun auf Alan Norris.

Wright ringt Chisnall nieder

Auch Peter Wright steht nach seiner bislang härtesten Prüfung im Viertelfinale. "Snakebite" besiegte Dave Chisnall in einer dramatischen und hochklassigen Partie mit vielen Wendungen mit 4:3.

Dabei musste das Duell im letzten Satz in die Verlängerung gehen, in der sich der Vize-Weltmeister von 2014 mit 6:4 durchsetzte. Mit dem fünften Matchdart entschied er das Spiel, in dem beide Spieler Fehler des Gegners immer wieder eiskalt bestraften.

"Ich habe keine Ahnung, wie ich die Nerven behalten habe", verriet ein erschöpfter Wright nach der Partie: "Wenn ich das in eine Flasche füllen könnte, würde ich es verkaufen." Bei SPORT1 hielt er fest: "Wir haben eine große Show geboten."

Chisnall vergibt Matchdart

Der Schotte spielte beeindruckende 103,69 Punkte im Schnitt und traf 42,86 Prozent seiner Würfe auf die Doppel. Sein Kontrahent war im Average nur minimal schlechter (102,26), brillierte aber mit fünf Highfinishes von über 100 Punkten und einer Checkout-Quote von beinahe 50 Prozent. Dennoch vergab er im sechsten Leg des letzten Satzes seinen einzigen Matchdart auf die Doppel-16.

"Wir mussten ja mit dem Spiel gestern Abend mithalten", sagte Wright mit Blick auf das packende Duell zwischen Raymond van Barneveld und Michael van Gerwen: "Es ist immer schwer, Chizzy zu schlagen, er ist ein fantastischer Spieler. Er gibt nie auf, lässt sich nie hängen. Respekt an Chizzy, was für ein Darts-Match!"

Wright trifft nun in der Runde der letzten Acht auf Adrian "The Jackpot" Lewis, der mit dem Österreicher Mensur Suljovic den letzten Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ausgeschaltet hatte. "Er ist ein gefährlicher Mann. Das sollte wieder ein großartiges Spiel für die Zuschauer werden", versprach "Snakebite".

Norris souverän

Klaasens Viertelfinalgegner Alan Norris setzte sich im ersten Match des Abends gegen einen fahrigen Mark "The Spider" Webster durch.

"Chuck", der erst in diesem Jahr vom Konkurrenzverband BDO zur PDC wechselte und zum ersten Mal im Ally Pally antritt, warf etwa 95 Punkte im Schnitt und checkte starke 40 Prozent. Webster traf seltener als jedes dritte Mal das Doppelfeld, wenn er es brauchte.

Die Ergebnisse des Abends:

Phil Taylor - Jelle Klaasen 3:4

Peter Wright - Dave Chisnall 4:3

Mark Webster - Alan Norris 1:4

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