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London und München - Michael van Gerwen krönt sich im Finale gegen Gary Anderson zum Weltmeister. Der Titelverteidiger hält nur kurz mit. Dann ruft plötzlich der Ministerpräsident an.

Da staunte selbst der große Dominator.

Als Michael van Gerwen nach seinem Triumph im Alexandra Palace von London den Medien Rede und Antwort stand, reichte ihm jemand ein Handy.

"Michael", meldete sich der frischgebackene Weltmeister und hatte plötzlich den niederländischen Ministerpräsidenten an der Strippe. Überrascht, aber auch nicht über die Maßen aufgeregt, quatschte van Gerwen mit Mark Rutte ein paar Sätze um sich dann wieder den Pressevertretern zu widmen.

Die unverhoffte Gratulation zeigt, wie groß sein Stellenwert in der Heimat mittlerweile ist. Zum zweiten Mal in seiner Karriere hat van Gerwen nun die Darts-Weltmeisterschaft gewonnen und ist endgültig zum unangefochtenen Superstar der Szene aufgestiegen.

MvG besiegte im Finale von London am Montag Titelverteidiger Gary Anderson überraschend deutlich mit 7:3 und darf sich über ein Rekordpreisgeld von 350.000 Pfund (etwa 410.000 Euro) freuen.

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"Ich bin absolut glücklich. Das ist der wichtigste Pokal, das weiß jeder, den will jeder haben. Das bedeutet mir so viel", sagte van Gerwen bei der Siegerehrung mit Tränen in den Augen und fügte am SPORT1-Mikrofon an: "Manchmal weinen auch große Kerle." 

Anderson zollte seinem Gegner Respekt und sagte: "Der Kerl war einfach zu gut."

Hochklassiger Beginn

Beide Spieler boten den Fans im Alexandra Palace vor allem in der Anfangsphase ein großes Spektakel. Mit zahlreichen 180er-Aufnahmen lieferten sich "Mighty Mike" und "The Flying Scotsman" ein Duell auf Augenhöhe. Die ersten vier Sätze gingen allesamt über die volle Distanz.

"Es war nicht einfach. Gary hat mich besonders am Anfang unter Druck gesetzt", meinte van Gerwen bei SPORT1.

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Van Gerwen setzt sich ab

Beim Stand von 2:2 konnte Anderson das Tempo des Niederländers schließlich nicht mehr mitgehen. Van Gerwen machte unbeirrt weiter und zog Satz für Satz bis auf 6:2 davon.

Nur ein Flitzer störte kurzzeitig die Konzentration des 27-Jährigen. Anderson konnte sich zwar noch einmal mit einem kurzen Zwischenspurt zurückmelden, jedoch nur noch verkürzen. Mit seinem ersten Match-Dart auf das Bull's Eye beendete "Mighty Mike" die Partie.

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Am Ende untermauerte der Weltranglisten-Erste mit einem Drei-Darts-Average von 107,8 Punkten erneut seine Vormachtstellung.

Nach 25 Turniersiegen im Jahr 2016 konnte van Gerwen seinen größten Traum vom zweiten WM-Titel schließlich erfüllen.

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Rekordjagd geht weiter

Für Anderson ging dagegen eine beeindruckende Serie von 17 Siegen im Ally Pally zu Ende. 

Damit zementierte van Gerwen auch die Machtverhältnisse im direkten Duell. Von den zuvor 35 Spielen gegeneinander hatte der Niederländer 22 gewonnen, der "Flying Scotsman" nur 13.

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Im Endspiel glänzten beide Spieler mit insgesamt 42 perfekten Aufnahmen über 180 Punkte. Das ist ein Rekord nach Version des Verbandes PDC (seit 1994).

Insgesamt konnten die frenetischen Fans während dieser WM 708 Maximums bejubeln - und damit deutlich mehr als noch im Vorjahr (654).

Anderson durfte sich immerhin mit einer individuellen Bestmarke trösten: Der Schotte stellte mit 22 (!) 180ern ebenfalls einen Rekord auf.

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