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München - Beim Winter Game der DEL (Sa., LIVE im TV auf SPORT1) wird an die Anfänge des Eishockeys erinnert. SPORT1 erklärt, wie sich die Sportart seit ihrem Ursprung entwickelt hat.

Ganz nach dem Motto "zurück zu den Wurzeln" steigt am kommenden Samstag im Fußballstadion der TSG Hoffenheim das größte Eishockey-Spektakel des Jahres: Die Schwenniger Wild Wings treten beim dritten DEL Winter Game gegen die Adler Mannheim an (Sa., ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Dabei soll daran erinnert werden, wie alles begann: die Eisfläche im Look eines zugefrorenen Sees, kein Hallendach über den Köpfen.

Historische Nachweise, dass Ballspiele auf natürlichem Eis unter freiem Himmel ausgeübt wurden, reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Dort wurde sich auch in Europa an Vorläufern des Eishockeys probiert.

Kanada als Mutterland der Sportart

Doch die Sportart, in der Art wie sie heutzutage bekannt ist, hat ihre Ursprünge in Kanada. Das erste richtige Spiel nach modernen Ansätzen fand 1875 in einer Halle in Montreal vor etwa 500 Zuschauern statt.

Dabei wurde ein Schäferstock verwendet, der dem Sport seine Bezeichnung verlieh. Das französische Wort für "krummer Stock", "hoquet", diente als Namensgeber.

Die Studenten der McGill-Universität in Montreal spielten eine entscheidende Rolle. Sie sollen erstmals einen Puck verwendet, ein festes Regelwerk ausgearbeitet, mit Schiedsrichter und Trikots gespielt sowie den ersten Eishockey-Klub der Welt gegründet haben.

1885 gab es in Kanada die ersten Spiele, die im Rahmen einer Liga ausgetragen wurden.

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Eishockey kommt nach Europa

In den folgenden Jahrzehnten wurde die kanadische Spielweise des Ballspiels auf Eis auf dem Planeten verbreitet. 1887 stieg die erste Partie auf dem Halensee in Berlin.

Seit dem Jahr 1920 wurden Weltmeisterschaften ausgetragen, doch auch hier fanden die Partien vor dem Zweiten Weltkrieg meist unter freiem Himmel statt.

Ein kanadisches Team bei der Eishockey-WM 1933, die unter freiem Himmel stattfand © Imago

Nur in Berlin mit Dach

In Deutschland spielte man dabei lange fast ausschließlich unter freiem Himmel. Berlin war mit dem Sportpalast, der 1925 gebaut wurde, ein früher Hallen-Vorreiter.

An den anderen Spielstätten wurden zwar Stadien gebaut, diese hatten aber meist kein Dach. Auch die Olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen 1936 fanden unter freiem Himmel statt.

Erst in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden dann größere Stadien mit geschlossenem Hallendach.

Das Dach des Augsburger Curt-Frenzel-Stadions aber ist beispielsweise erst seit September 2013 vollständig geschlossen.

Eishockey-Spiele werden Massenveranstaltungen

Spiele an der frischen Luft wurden parallel dennoch zur Tradition. In der russischen Liga wurden regelmäßig Partien unter freiem Himmel vor großem Publikum ausgetragen.

Im Moskauer Luschniki-Stadion verfolgten 55.000 Zuschauer das 4:4 zwischen der UdSSR und Schweden bei der WM 1957.

In den 1990er Jahren kamen auch die Amerikaner auf die Idee, aus Eishockey-Spielen Mega-Events zu machen. Bei Veranstaltungen - vorwiegend im College-Sport – wurde in Baseball- und Football-Stadien mehrfach die Grenze von 70.000 Personen geknackt.

Deutschland und die USA bestritten 2010 das WM-Auftaktspiel vor einer bis dahin Rekordkulisse von 77.803 Zuschauern in der Schalker VeltinsArena - jedoch unter geschlossenem Dach.

2014 wurde dann die bis heute gültige Weltbestmarke von 105.491 Leuten beim NHL Winter Classic zwischen den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs in der Football-Arena von Michigan aufgestellt.

Seit 2013 führt auch die DEL regelmäßig ein Winter Game durch. Nach den Austragungen in Nürnberg und Düsseldorf (2015) führen Wild Wings und Adler die Spektakelserie in Sinsheim fort.

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