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Gleich am ersten DEL-Spieltag treffen zwei Topteams aufeinander © SPORT1-Grafik: Imago/Getty Images

Vor dem Saisonstart der DEL kürt SPORT1-Experte Rick Goldmann seine drei Topfavoriten auf den Titel, vor allem die Trainerwahl in Mannheim und neue Regeln freuen ihn.

Liebe Eishockey-Freunde,

am Freitag geht's endlich los! Die DEL startet mit dem Spiel Kölner Haie gegen den EHC Red Bull München in die neue Saison (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Wir werden im ersten Spiel also gleich zwei der Topfavoriten auf Platz eins zu Gesicht bekommen. Für mich zählen in dieser Spielzeit Köln, München und Mannheim zu den Meisterschaftskandidaten. Meister Red Bull hat es geschafft, den Kader für diese Saison punktuell sowohl in der Defensive - z.B. mit Deron Quint - als auch in der Offensive mit Jerome Flaake und Brooks Macek noch tiefer zu besetzen.

Die Kölner Haie, die letztes Jahr vor allem beim Toreschießen Probleme hatten, haben ihren Angriff runderneuert. Die Neuzugänge Kai Hospelt, Max Reinhart und T.J. Mulock stehen für Offensivpower, und Nico Krämmer und Travis Turnbull verstärken zusätzlich das kämpferische Element.

Die Adler Mannheim haben wieder einen Wahnsinnskader zusammengestellt. Mit David Wolf und Matthias Plachta haben sie sich zwei der besten verfügbaren Deutschen geholt. Außerdem haben sie ein Ausrufezeichen auf der Trainerposition gesetzt: Mit Sean Simpson gehen sie im Gegensatz zum letzten Jahr mit Greg Ireland keine Experimente mehr ein.

Simpson hat viel Erfahrung. Er wurde 2000 mit München bereits Meister und hat die Schweizer Nationalmannschaft 2013 sensationell zur Silber-Medaille bei der WM geführt. Damit hat er auch die Reputation, die sicherstellt, dass es dieses Jahr nur einen Chef bei den Adlern gibt.

Nicht mehr wiedersehen werden wir dieses Jahr das Urgestein Mirko Lüdemann von den Kölner Haien. Ebenso hat das langjährige NHL-Aushängeschild Deutschlands Jochen Hecht seine Karriere beendet. Das Gute ist, dass beide ihren Klubs in anderer Position erhalten bleiben und sie so ihre Erfahrung weiter ins deutsche Eishockey einfließen lassen werden.

Auch wenn die drei bereits erwähnten Klubs für mich die Gejagten sind, haben die letzten Spielzeiten bewiesen, dass durch die Ausgeglichenheit der Liga viele andere Teams ein Wort um die Meisterschaft mitreden werden. Wie sich der Neuling der Liga, die Fischtown Pinguins, in ihrer ersten Saison schlagen, steht für mich in den Sternen.

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Zwei Änderungen im Regelbuch werden wir sehen: ab sofort wird bei einem angreifenden Spieler im Torraum, der absolut passiv ist, nicht mehr rigoros abgepfiffen. Die Verlängerung wird nicht mehr im 4-gegen-4-Format, sondern im 3-gegen-3-Modus gespielt. Beides verspricht mehr Tore, und besonders das 3-gegen-3 in der spannenden Endphase noch mehr Torchancen und damit zusätzliche Dramatik.

Ich freue mich auf eine Saison mit eben diesen Torchancen, spannenden und emotionalen Spielen sowie vielen Überraschungen. Denn sie machen diese Sportart lebendig.

Euer Rick

Rick Goldmann, 40, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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