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Die Nürnberger erzielen fünf Tore in Folge © SPORT1

Die Ice Tigers drehen eine verrückte Partie gegen den Meister aus München. Ein Ex-Nürnberger trifft dreifach. Jochen Reimer sorgt für ein kurioses Highlight.

Die Thomas Sabo Ice Tigers bleiben weiter der erste Verfolger des EHC Red Bull München.

Die Nürnberger setzen sich im Top-Duell in einer furiosen Partie nach einem zwischenzeitlichen 1:5-Rückstand mit 6:5 nach Verlängerung gegen den amtierenden Meister durch. Die Münchner verpassen dadurch den zehnten Sieg in Folge.

In einem hitzigen Spiel gelang den Hausherren der erste Schlag. Leonhard Pföderl vollstreckte mustergültig in der vierten Minute zum 1:0 für die Ice Tigers - direkt nach einem Bullygewinn von Dave Steckel.

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Nürnberg setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche durch Konter. Die Münchner kamen  allerdings in der 13. Minute zum Ausgleich. Derek Joslin hämmerte den Puck aus kurzer Distanz nach schöner Vorarbeit von Steve Pinizzotto unhaltbar über die Schulter von Nürnberg-Goalie Jochen Reimer.

Im zweiten Drittel war es erneut Joslin, der für das nächste Highlight sorgte. Im Powerplay erzielte der Kanadier seinen dritten Saisontreffer (22.). Steve Pinizzotto erhöhte in der 29. Minute per Schlagschuss zum 3:1 für die Münchner. Reimer sah bei diesem Gegentreffer etwas unglücklich aus. Beim 4:1 war der 31-Jährige dann aber machtlos. Wieder war Pinizzotto maßgeblich beteiligt. Seinen Querpass nach einem Konter verwandelte der Ex-Nürnberger Joslin mühelos(32.). Joslins erster Hattrick seiner DEL-Karriere.

Reimer rastet aus

Drei Minuten später: München erneut im Powerplay. Diesmal war es Jerome Flaake, der für den Meister netzen konnte. Kurios: Während die Münchner auf dem Eis ihren Treffer bejubelten, rastete Nürnbergs sichtlich frustrierter Goalie Jochen Reimer völlig aus und sprang auf die Münchner Spieler.

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Reimers Aktion war ein echter Weckruf für die Ice Tigers. Marco Pfleger verkürzte in der 39. Minute zum 2:5. Zu Beginn des dritten Drittels legten die Hausherren dann nach. Zwei Tore von Jesse Blacker (42./ 45.) legten den Grundstein für eine spannenden Schlussphase. Schließlich ist es Andrew Kozek, der das Comeback der Nürnberger perfekt machte (53.).

Die Krönung einer irren Eishockey-Partie folgte dann in der Overtime. Jesse Blacker machte ebenfalls seinen Hattrick perfekt und sorgte so für den Nürnberger Sieg.

"Wir geben nie auf. das Tor im zweiten drittel hat das Momentum auf unsere Seite gebracht. Dass Reimer da so reingesprungen ist, war mit ausschlaggebend für unser Comeback", sagte Blacker bei SPORT1.

Auch sein Pendant auf seiten der Münchner, Dreifach-Torschütze Derek Joslin, äußerte sich nach der Partie: "Sie haben ein starkes Team, eines der besten der Liga. Sie haben heute ihre Chancen genutzt. Hockey ist ein lustiges Spiel. Manchmal hat man keine Chancen, die gehen dann rein und manchmal hat man Chancen, die gehen nicht rein. Was da am Ende passiert ist, kann ich mir auch nicht erklären." 

Thomas Sabo, der leidenschaftliche Inhaber der Ice Tigers, fasste das Spiel nach der Schlusssirene am SPORT1-Mikrofon mit krächzender Stimme wohl am treffendsten zusammen: "Es war fucking awesome."

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