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Prag - Das DEB-Team startet mit einem Sieg in die WM. Das entscheidende Tor für das Team von Pat Cortina gegen die Franzosen fällt erst in der Schlussminute.

Viel hatte nicht gefehlt, und Bundestrainer Pat Cortina hätte sich für den glücklichen Auftaktsieg bei der Eishockey-WM in Tschechien entschuldigt.

"Frankreich hatte es wahrscheinlich mehr verdient als wir. Vor uns liegt noch ein langer Weg", sagte Cortina mit ernster Miene nach dem mühsamen 2:1 (1:0, 0: 0, 1:1) am Samstag in Prag gegen den WM-Achten (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

Ein überragender Torhüter Dennis Endras, ein spätes Siegtor durch Patrick Reimer 60 Sekunden vor der Schlusssirene und viel Glück hatten dem DEB-Team einen Auftaktsieg beschert, der vor dem Duell am Sonntag gegen Olympiasieger Kanada (ab 16.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) mit Superstar Sidney Crosby für große Erleichterung sorgte.

Matchwinner Reimer ist "überglücklich"

"Das war ein Supergefühl. Wir sind überglücklich, der Sieg gibt uns Rückenwind", sagte Reimer. Und auch Mannheims Meistergoalie Endras, der die ab dem zweiten Drittel überlegenen Franzosen schier zur Verzweiflung gebracht hatte, meinte: "Es wäre bitter gewesen, mit einer Niederlage zu starten. Jetzt können wir uns das Abendessen noch mehr schmecken lassen."

Kapitän Michael Wolf sagte im Sportradio SPORT1.fm: "Es war sicherlich nicht das beste Spiel von uns. Aber am Schluss steht ein 2:1-Sieg. Darüber sind wir natürlich glücklich."

Wolf hatte sein Team in der 13. Minute in Führung gebracht. Danach verlegte sich die deutsche Auswahl zu sehr auf die Verwaltung des Vorsprungs. Die Passivität wurde durch Damien Fleury zum 1:1 (51. ) bestraft.

Cortina fordert besseres Laufspiel

Auch mit dem oft ideenlosen Überzahlspiel konnte Cortina nicht zufrieden sein, auch wenn der Siegtreffer in einer 5:4-Situation fiel. Auf die Frage, was in den kommenden sechs Gruppenspielen in neun Tagen noch besser werden müsse, antwortete der Bundestrainer unmissverständlich: "Ganz einfach: Wir müssen laufen!"

Das allein wird aber gegen die Kufencracks aus Kanada nicht reichen, auch wenn das DEB-Team keinesfalls schon im Vorfeld die Waffen streckt. "Wir werden alles geben, und vielleicht können wir ja überraschen", sagte Reimer.

Und Wolf fügte bei SPORT1.fm hinzu: "Wir sind ganz klarer Außenseiter. Die Kanadier haben eine Superstar-Mannschaft dabei. Die sind ganz klar auf den Titel aus. Wir wollen uns nicht verstecken, wir wollen natürlich mitspielen. Aber ich denke, es muss schon einiges zusammenlaufen, um so einen hochharätigen Gegner zu schlagen."

Torwartfrage noch nicht beantwortet

Ob Torhüter Endras nach seiner starken Vorstellung gegen Kanada wieder das deutsche Tor hütet, ließ Cortina offen. Möglich ist auch ein Einsatz von Timo Pielmeier, der gegen Frankreich nicht im Kader war.

Die DEB-Auswahl tritt unter denkbar ungünstigen Vorzeichen bei der WM an. Es hagelte 23 Spielerabsagen für Bundestrainer Cortina, dessen auslaufender Vertrag nach dem Turnier wohl nicht verlängert wird.

Nach dem Spiel gegen Kanada wartet auf den Weltranglisten-13. Deutschland noch der Erzrivale Schweiz (5. Mai) sowie Mitfavorit Schweden (7. Mai), Lettland (8. Mai), Gastgeber Tschechien (10. Mai) und zum Abschluss Österreich. Der Aufsteiger schlug am Samstag völlig unerwartet die Schweiz 4:3 nach Penaltyschießen und sorgte damit für die erste große Überraschung des Turniers.

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