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Kanada schlägt Russland nach einer irren Partie und erreicht das Finale der Eishockey-WM. Dabei liegen die Russen im Gigantenduell nach zwei Dritteln klar in Führung.

Mit einem furiosen Schlussspurt hat Titelverteidiger Kanada das Eishockey-Gigantenduell gewonnen und greift bei der WM in Paris und Köln nach seinem 27. Titel.

Die NHL-Profis aus dem Eishockey-Mutterland setzten sich im Halbfinale gegen Rekordweltmeister Russland nach einem 0:2-Rückstand mit 4:2 (0:0, 2:0, 4:0) durch und haben das dritte WM-Gold in Folge vor Augen.

Finale gegen Schweden

Kanada trifft im Endspiel am Sonntag (im TV, Livestream und Liveticker ab 20:45 Uhr) auf den neunmaligen Titelträger Schweden, der im 65. skandinavischen WM-Duell Finnland mit 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) bezwang.

Russland, zuletzt vor drei Jahren Weltmeister, muss sich zuvor mit dem kleinen Finale um Bronze (16.15 Uhr) gegen Finnland begnügen. 

Jewgeni Kusnezow (33.) und Nikita Gussew (35.) brachten vor 16.469 Zuschauern in Köln die Sbornaja in Führung. Mark Scheifele (41.), Nate MacKinnon (56.), Ryan O'Reilly (57.) und Sean Couturier (59.) drehten das Spiel zugunsten des Olympiasiegers.

"Noch nicht fertig"

"Wir haben aufgehört zu denken und angefangen, Eishockey zu spielen", sagte Kanadas Siegtorschütze O'Reilly über das letzte Drittel: "Wir haben daran geglaubt, das Spiel drehen zu können, und das kann eine Initialzündung sein. Das ist ein großer Sieg für uns, aber wir sind noch nicht fertig."

Trainer Jon Cooper, erstmals Chefcoach der Kanadier, war begeistert: "Ich habe schon im Stanley-Cup-Finale gestanden. Aber das war eines der größten Spiele, das ich jemals miterleben durfte. Wir haben ein unglaubliches letztes Drittel gespielt." 

Wenige NHL-Spieler

Nur sieben NHL-Spieler stehen im WM-Aufgebot des Rekordweltmeisters, drei von ihnen zeichneten für das Führungstor verantwortlich: Nikita Kutscherow von Tampa Bay Lightning spielte Artemi Panarin von den Chicago Blackhaws an, dessen genialer Pass Kusnezow von den Washington Capitals völlig frei vor dem leeren Tor erreichte. 

Bis dahin hatte die russische Kombinationsmaschine noch gestottert. Selbst drei Überzahlsituationen hatte die Sbornaja nicht zum 1:0 nutzen können.

Zwölfte Torvorlage

Danach lief es besser: Das vierte Powerplay brachte das 2:0, wieder hatte Panarin seinen Schläger im Spiel, der 25-Jährige, bislang Topscorer der WM, verbuchte seine zwölfte Torvorlage. Nach nur 17 Sekunden im letzten Drittel machte Scheifele das Spiel wieder spannend.

Nach dem Ausgleich durch MacKinnons sechstes Turniertor sorgte O'Reilly für die Entscheidung. Couturier traf ins leere Tor, nachdem Russlands Trainer Oleg Snarok einen weiteren Stürmer aufs Eis geschickt hatte.

Das Spiel war über alle drei Drittel hinweg von hoher Intensität und zuweilen großer Brutalität geprägt.

Unschöner Höhepunkt war ein grobes Foul vom Kanadier Brayden Schenn am Russen Sergej Andronov, der im Mund zu bluten begann. Die Schiedsrichter ließen es ungeahndet.

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