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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bezwingt Lettland mit 4:3 nach Penaltyschießen und steht im Viertelfinale. Ein College-Spieler lässt Deutschland jubeln.

Mit einem Tor von US-College-Spieler Frederik Tiffels im Penaltyschießen und einem Psychotrick von Bundestrainer Marco Sturm hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Heim-WM das Viertelfinale erreicht.

Das Team um NHL-Star Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers gewann das Nervenspiel gegen Lettland mit 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0, 1:0) und löste das letzte Ticket für die K.o.-Runde. Gegner ist am Donnerstag (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) Olympiasieger und Titelverteidiger Kanada.

Für die umjubelte Entscheidung sorgte Tiffels von der Western Michigan University im Penaltyschießen. "Das kann man jetzt noch gar nicht realisieren. Das wird erst in den nächsten Stunden kommen", sagte der Siegtorschütze im Anschluss bei SPORT1. "Das war wunderschön. Ein geiler Moment für mich, aber auch für das ganze Team. Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale, da ist alles drin. Auch wenn der Gegner Kanada ist, es ist nur ein Spiel."

Fast wäre Frederik Tiffels gar nicht zum Einsatz gekommen. Co-Trainer Geoff Ward hatte dem Bundestrainer davon abgeraten, den Youngster für das Penalty-Schießen zu nominieren. Doch Sturm setzte auf sein Gefühl und tat es doch.  

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Schütz sorgt für umjubelten Ausgleich

Der Mannheimer David Wolf und Dennis Seidenberg von den New York Islanders mit einem Doppelschlag innerhalb von 28 Sekunden (32.), sowie Schweden-Legionär Felix Schütz 32 Sekunden vor Schluss hatten vor 18.797 Zuschauern in Köln in der regulären Spielzeit die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erzielt, die letztlich ihre Serie bei Heimturnieren fortsetzte:

Zum achten Mal nahm die deutsche Mannschaft an einer WM im eigenen Land teil, zum achten Mal landete sie unter den ersten Acht. Gunars Skvorcovs (39.), Janis Sprukts (49.) und Andris Dzerins (57.) trafen für die Letten, die als Vorrundenfünfte ausschieden.

Vor 16 Jahren hatte Sturm als Spieler die DEB-Auswahl ins WM-Viertelfinale an selber Stelle geführt. Jetzt war seine Anspannung größer, wie er zugab: "Als Trainer hat man nicht so viel Einfluss. Da ist man gefangen hinter der Bande." Doch der 38-Jährige hatte sich etwas Besonderes überlegt - ein Psychospielchen.

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Deutschland mit dominantem Beginn

Weil die Letten beim Training spioniert hatten, wirbelte er im offiziellen Spielberichtsbogen die Reihen völlig durcheinander. Auf dem Eis standen ganz andere Formationen. Draisaitl, der mit genialen Pässen glänzte, spielte mit den Nürnbergern Patrick Reimer und Yasin Ehliz.

Die Letten schienen in der Tat ein wenig verwirrt, die deutsche Mannschaft erwischte den besseren Start und hatte bei zwei Überzahlspielen gleich mehrere gute Torchancen. Doch Elvis Merzlikins, bislang der beste Torhüter des Turniers, verhinderte eine frühe Führung. Ehliz traf den Pfosten (13.).

Nach einem starken ersten Drittel standen 19:4 Torschüsse zugunsten des Gastgebers zu Buche, der Spielstand aber war 0:0. "Wie die Mannschaft spielt, das ist Leidenschaft pur", sagte DEB-Präsident Franz Reindl bei SPORT1: "Es fehlt nur ein Tor."

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Deutscher Doppelschlag zum 2:0

Schwer in Schwung kam Draisaitl. Dem Jungstar fehlten in seinem 113. Spiel der Saison zunächst die Frische und Spritzigkeit. "Er hat noch einiges im Tank", hatte Sturm versprochen. Im zweiten Drittel drehte er auf und zeigte seine Klasse, als er Reimer freispielte, der DEL-Rekordtorschütze aber scheiterte (26.). "Wir haben es uns schwerer gemacht als wir es hätten müssen. Aber wir haben nie aufgehört zu spielen und dafür wurden wir belohnt", analysierte Draisaitl später bei SPORT1.

Das dritte deutsche Powerplay brachte die Führung: Wolf staubte nach einem Schuss von Christian Ehrhoff ab. Allerdings hätte der Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht zählen dürfen. Nur 27 Sekunden später war Seidenberg erfolgreich - ebenfalls im Nachschuss.

Im deutschen Tor stand Philipp Grubauer, der sechs Tage zuvor mit den Washington Capitals in den NHL-Playoffs ausgeschieden war - erstmals seit dem entscheidenden 3:2 bei der Olympia-Qualifikation in Riga gegen Lettland. Im zweiten Drittel bekam der 25-Jährige mehr zu tun und glänzte mit einigen spektakulären Paraden.

Der Kölner Stürmer Philip Gogulla saß als überzähliger Feldspieler ebenso auf der Tribüne wie NHL-Torwart Thomas Greiss. Der 31-Jährige, der mit seinem Instagram-Like für einen Hitler-Vergleich für Wirbel gesorgt hatte, fehlte erneut wegen einer leichten Verletzung.

Nach dem dramatischen Weiterkommen zeigte sich Sturm im SPORT1-Studio erleichtert: "Wir haben heute sehr gut gespielt, auch wenn wir es uns selbst etwas schwer gemacht haben. Aber jetzt sollen sich die Jungens zwei, drei Bier gönnen. Dann geht es weiter."

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