vergrößernverkleinern
World Cup Of Hockey 2016 - Team Europe v Czech Republic
Leon Draisaitl (r.) feiert seinen Siegtreffer für Team Europa gegen Tschechien © Getty Images

Leon Draisaitl hat das Team Europa zum zweiten Sieg im zweiten Spiel geschossen. Ein NHL-Star verneigt sich anschließend vor der Qualität seines Teamkollegen.

Für Leon Draisaitl war die Heldentat keine große Sache.

"Ich hatte Glück, dass der Schuss drin war", sagte der NHL-Stürmer gewohnt bescheiden, nachdem er das Team Europa beim Eishockey World Cup zum Sieg gegen Tschechien geschossen hatte. Ganz so zurückhaltend waren Mitspieler und Trainer nicht.

"Draisaitl hat die Sahne auf die Torte gepackt", lobte Ralph Krueger den Mann des Tages. Der Treffer des Kölners zum 3:2 in der Verlängerung war für den Trainer eine Erlösung, das Team des ehemaligen deutschen Nationalspielers hatte in Toronto zuvor seine Überlegenheit über 60 Minuten nicht nutzen können.

Video

Draisaitl führt Außenseiter an

Dank Draisaitl ist dem bunt zusammengewürfelten Außenseiter aus acht Nationen ein perfekter Start in das nach zwölf Jahren wiederbelebte Turnier gelungen. Zum Auftakt hatten die Europäer die USA 3:0 geschlagen, zum Abschluss der Vorrunde geht es in der Nacht zu Donnerstag gegen Olympiasieger Kanada (ab 1.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US).

Europa ist gerüstet. "Wir haben ein verdammt gutes Spiel gemacht und hätten eine höhere Führung verdient gehabt", meinte Krueger, doch sein Team wurde erst spät belohnt.

Nach einem Pass des Norwegers Mats Zuccarello nahm Draisaitl die Scheibe kurz vor der blauen Linie auf, lief alleine auf Petr Mrazek zu und überwand den Goalie mit einem satten Flachschuss ins linke untere Eck.

Video

Nicht viele können Draisaitl stoppen

"Um ehrlich zu sein, war ich zu 90 Prozent sicher, dass er ihn reinmacht", sagte der slowenische NHL-Star Anze Kopitar (29/Los Angeles Kings) und zeigte sich von der Form seines Teamkollegen beeindruckt. "So wie er unterwegs ist, können ihn nicht viele stoppen."

Draisaitl war sich da nicht so sicher. "Beim Shootout und beim Breakaway stehen die Chancen immer 50:50", erklärte der Youngster von den Edmonton Oilers. Er habe auf dem Weg zum Tor "gehofft, er geht rein". Es klappte, für den Nordamerika-Profi war es der zweite Treffer beim World Cup.

Gegen die Tschechen standen neben Draisaitl (13:00 Minuten Einsatzzeit) drei weitere Deutsche auf dem Eis. Angreifer Tobias Rieder (6:54) sowie die Verteidiger Christian Ehrhoff (8:18) und Dennis Seidenberg (19:14), die sich in Kanada beide für einen neuen NHL-Vertrag empfehlen wollen. Die Torhüter Philipp Grubauer und Thomas Greiss mussten dem Slowaken Jaroslav Halak den Vortritt lassen.

Im Team hat es Klick gemacht

Draisaitl, bislang der auffälligste Nationalspieler im Sextett, genießt die Spiele im Air Canada Centre. "Es ist eine große Eishockey-Bühne. Es macht immer Spaß, zu treffen." Nach der schwierigen Vorbereitung habe es im Team Klick gemacht: "Jeder kennt seine Rolle. So müssen wir weitermachen."

Dass vor dem Start in die Gruppenphase kaum jemand mit Europa rechnete, gefällt Krueger. "Hier anzufangen als 33:1-Außenseiter bei den Buchmachern in Las Vegas, bringt Spaß", sagte der 57-Jährige, hauptberuflich Geschäftsführer beim englischen Fußball-Erstligisten FC Southampton. "Die Jungs haben immer geglaubt, dass wir dahin kommen können, wo wir sind. Außerhalb der Kabine aber wohl keiner."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel