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Christian Ehrhoff war 2011 durch einen Vertrag bei den Buffalo Sabres zum teuersten NHL-Verteidiger geworden
Christian Ehrhoff war 2011 durch einen Vertrag bei den Buffalo Sabres zum teuersten NHL-Verteidiger geworden © Getty Images

Toronto - Beim World Cup of Hockey (Sa., 21.30 Uhr LIVE auf SPORT1) müssen sich der Stanley-Cup-Sieger von 2011 und der einst teuerste Verteidiger der NHL beweisen. Ein Plan B existiert.

Christian Ehrhoff findet es "komisch", dass die Nationalhymne nicht erklingt. Und Dennis Seidenberg würde "für Deutschland doch mit ein bisschen mehr Stolz" spielen.

Aber die beiden Eishockey-Nationalspieler sind froh, dass sie beim großen Spektakel der NHL-Stars in Toronto dabei sind - schließlich geht es um ihre Zukunft. (Der World Cup of Hockey vom 17. September bis zum 1. Oktober LIVE im TV auf SPORT1)

"Wir spielen beide um Verträge, wollen zeigen, dass wir es noch drauf haben, und hoffentlich irgendwo unterkommen", sagte Seidenberg vor dem World Cup of Hockey in der kanadischen Metropole. Für Deutschland darf der 35-Jährige, der bei den Boston Bruins ausgemustert wurde, im Air Canada Centre nicht auflaufen.

Seidenberg will Ruhe bewahren

Wie sein Verteidigerkollege Ehrhoff (34), zuletzt bei den Chicago Blackhawks, spielt der Ex-Mannheimer in der Europa-Auswahl, die am Samstag (ab 21.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) gegen die USA ins Turnier startet.

Zusammen mit Schweizern, Slowaken, Slowenen, Österreichern, Franzosen, Dänen und Norwegern, aber auch seinen Landsleuten Leon Draisaitl, Tobias Rieder, Thomas Greiss und Philipp Grubauer misst sich Seidenberg mit den Besten der Besten - in ungewohnter Rolle.

Nicht nur, weil der Adler auf der Brust fehlt, sondern auch, weil er nach 13 Jahren und 827 Spielen in der NHL vor einer ungewissen Zukunft steht. "Normalerweise müssten sie wissen, was ich kann", sagte der Stanley-Cup-Sieger von 2011: "Es ist nicht schön, aber man muss die Ruhe bewahren und an sich glauben."

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Ehrhoff tingelt durch NHL 

Ehrhoff, der seit 2003 862-mal auf NHL-Eis stand, geht es genauso. "Ein paar Teams haben gesagt, sie haben Interesse", berichtete der Ex-Krefelder, "sie wollen aber erst sehen, wie ich da spiele, wie ich drauf bin."

Schon vor einem Jahr war der Nationalspieler erst spät bei den Los Angeles Kings untergekommen, dort kam er kaum zum Zug, auch sein Wechsel nach Chicago brachte wenig Besserung.

Vor fünf Jahren war Ehrhoff noch der teuerste NHL-Verteidiger, als er bei den Buffalo Sabres einen 40-Millionen-Dollar-Vertrag unterschrieb. Jetzt muss er sich ernsthaft mit Plan B befassen: "Wenn es nichts wird, muss ich schauen, wo es in Europa Arbeit für mich gibt."

Rückkehr in die DEL? Nach Krefeld?

Auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL), in der er 2003 als 20-Jähriger mit den Krefeld Pinguine triumphierte, kommt infrage. Gegen seinen Heimatklub zu spielen, "wäre schon komisch, aber nicht auszuschließen".

Zunächst jedoch trifft er in Toronto auf die Besten der Branche um den kanadischen Superstar Sidney Crosby, dessen Team neben den USA und Tschechien der dritte Vorrundengegner ist.

Dabei geht es für die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA, die das Turnier nach zwölfjähriger Pause wiederbelebt haben, um viel Geld: Mehr als 120 Millionen sollen umgesetzt werden.

World Cup deutet Olympia-Rückzug an

Außerdem soll den Fans in Nordamerika gezeigt werden, dass die beste Eishockey-Liga der Welt die Olympischen Spiele nicht braucht.

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Nach fünf Winterspielen mit NHL-Stars seit 1998 deutet derzeit alles auf einen Rückzug der Puck-Millionäre 2018 in Pyeongchang/Südkorea hin. Der World Cup soll als "Ersatz-Olympia" - mit mehr Einnahmen und deutlich geringeren Kosten - wieder etabliert werden.

SPORT1 überträgt den World Cup of Hockey live im Free-TV oder auf dem Pay-TV-Sender SPORT1 US.

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