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© ESL - Adela Sznajder

Jonathan “Loda” Berg entspricht optisch so gar nicht dem typischen Gamer-Klischee. Der 27-Jährige wurde mit seinem Team “The Alliance” 2013 Weltmeister in Dota 2. Seitdem ging es sportlich aber auf und ab.

Beim derzeit stattfindenen "Frankfurt Major" wollte "The Alliance" überzeugen, musste sich aber nach einer sieglosen Vorrunde mit dem Lower-Bracket abfinden.

SPORT1 hat mit "Loda" vor der nächsten Aufgabe gegen "Virtus.Pro" (Mittwoch, 14:30 Uhr) gesprochen:

SPORT1: Loda, erst einmal Glückwunsch zum Sieg gestern, mit welchem Gefühl sind Sie in das Alles-oder-nichts-Spiel gegen "Cloud 9" gegangen?

Loda: Es ist natürlich schon scary im "Best-of-1" zu spielen. "Im Best-of-3" gewinnt normalerweise das stärkere Team, bei nur einem Spiel sieht das anders aus. Da kann alles passiert, so ist Dota eben. Aber jetzt haben wir zumindest den wichtigen nächsten Schritt gemacht.

SPORT1: Welche Bedeutung hat dieses erste Major-Turnier für "The Alliance"?

Loda: Wenn du es gewinnst, bist du fürs nächste "The International" qualifiziert. Du kannst mehr relaxen und härter traineren und bist weniger von anderen Ergebnissen abhängig. Das Geld (1,1 Mio. US-Dollar für den Gewinner, Anm. d. Red.) ist natürlich auch super wichtig, aber wenn du nur an das Geld denkst, machst du es dir unnötig stressig. 

SPORT1: Am Samstag haben Sie nach der sieglosen Gruppenphase ihre Enttäuschung auf Twitter ausgedrückt. Was ging in Ihnen vor?

Loda: Ich war demotiviert und traurig, weil wir verloren haben. Vor allem aber war ich frustriert, weil wir echt einen langen Weg hinter uns liegen haben, wo wir uns wieder zu einem starken Team entwickelt haben. Am den ersten beiden Tagen des Turniers haben wir vieles in unserer Strategie verändert, was sich einfach auch falsch angefühlt hat.

SPORT1: Wie haben Sie das in den Griff bekommen?

Loda: Wir haben uns zusammen gesetzt und gesprochen. Es reicht eben nicht nur zu trainineren. Wir hatten schon auch eine Art Kommunikationsproblem. Ich als Carry wusste teilweise auch nicht welche Laufwege die anderen gehen werden. Jeder hat dann seinen Standpunkt

Loda auf dem Frankfurt Major. © Konni Winkler

erklärt und wir haben einen Weg gefunden, dass sich wieder jeder in seiner Rolle wohl fühlt.

SPORT1: Sie sind inzwischen wieder fast in der gleichen Besetzung wie beim TI-Gewinn 2013. Ist die Chemie zwischen Ihnen wieder so wie früher?

Loda: Wir haben ein gutes Zusammenspiel, aber das variiert auch von Tag zu Tag. Wir kommen da auf jeden Fall wieder hin und es fühlt sich schon jetzt viel besser an als noch vor sechs Monaten. 

SPORT1: Sie treffen nun auf "Virtus.Pro". Welches Ziel peilen Sie nach dem unerwartet schlechten Start beim "Frankfurt Major" noch an?

Loda: Unser primäres Ziel ist es, beim nächsten "The International" dabei zu sein und dort gut zu performen. Um ehrlich zu sein, die Chancen stehen schlecht für uns. In die Top 5 zu kommen, ist das, was wir schaffen wollen. Und ich bin davon überzeugt, dass wir auch gegen
die Top-Teams wie Secret bestehen können.

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