vergrößernverkleinern
Der Dortmunder Kai "deto" Wollin war bereits zwei mal Weltmeister. © EA/SPORT1

Kai "deto" Wollin gehört zu den erfahrensten FIFA-Profis in der eSports-Szene. Im SPORT1-Interview spricht er über den FIWC, Teams im eSports und FIFA 18.

Von Luka Ziegler

Diverse deutsche Meistertitel und Siege bei den World Cyber Games 2011 sowie 2012 - Der Dortmunder Kai "deto" Wollin möchte auch beim FIFA Interactive World Cup in London auf Titeljagd gehen. SPORT1 hat mit ihm über seine Chancen bei der Weltmeisterschaft und die Entwicklung des eSports gesprochen.

SPORT1: Du spielst seit 2006 auf Top-Level und gehörst zu den erfahrensten FIFA-Spielern der Szene. Wie siehst du deine Chancen beim FIWC 2017 in London?

deto: Bei Turnieren dieser Größenordnung ist das immer schwierig einzuschätzen. Was sich sagen lässt ist, dass ich wahrscheinlich die stärkste Gruppe des Turniers erwischt habe. Ich schaue von Spiel zu Spiel und hoffe, dass ich trotz der Brocken in der Gruppe unter die Top 4 komme.

SPORT1: Du hast selber im Vorfeld nach der Auslosung bereits von einer Todesgruppe gesprochen. Du musst dich gegen TimoX, Shellz, ExpectSporting und IcePrinsip behaupten. Hast du sonst einen speziellen Favoriten für den Turniersieg?

deto: Ich traue jedem aus meiner Gruppe den Turniersieg zu. Sonst sollte man natürlich die üblichen verdächtigen wie Gorilla und Rocky auf dem Zettel haben. Rocky hat seine Klasse bereits beim FUT Champions Finale gezeigt.

SPORT1: Was muss ein FIFA-Spieler können um auf Dauer auf hohem Niveau spielen zu können?

deto: Um erfolgreich spielen zu können sollte man - neben einer guten Hand-Augen-Koordination - schon über einen gewissen Skillfaktor verfügen. Natürlich kann man sich durch spezialle Methoden und hartes Training stetig verbessern - das ist am Ende aber nicht ausschlaggebend. Je höher der Grund-Skill eines Spieler ist, desto mehr kann er auch auf lange Sicht erreichen. Die FIFA-Spiele ändern sich zwar, wenn man jedoch über zwei oder drei Jahre auf Top-Niveau spielen kann wird das auch in Zukunft so bleiben.

SPORT1: Wie bereitest du dich auf wichtige Matches und Turniere vor?

deto: In der Vorbereitung auf wichtige Events ist gezieltes Training das A und O. Man sollte nicht einfach so vor sich hinspielen. Ich spiele gegen Personen, die den Spielstil nachstellen, auf die ich auch auf dem Turnier treffen werde. Ich erhöhe das Trainingspensum und betreibe Gegneranalyse. Das heißt ich schaue mir Matches meiner Kontrahenten an und entwickle daraus eventuelle Strategien für das Turnier.

SPORT1: Die Preisgelder steigen nun auch bei FIFA-Turnieren. Wie bewertest du die Entwicklung des eSports in den letzten zwei Jahren?

deto: Die Enwticklung ist einfach rasant. Wenn man sich vor Augen führt wo man vor zwei Jahren gestanden hat und wo man jetzt steht: das sind Quantensprünge. Bundesligisten steigen ein und mit den Preisgeldern wird auch in FIFA jedes Jahr ein neuer Meilenstein gelegt. Ich glaube die Entwicklung ist noch längst nicht am Ende und man kann in Zukunft noch sehr viel erwarten. Ich denke es wird noch weitergehen mit eigenen Ligen und hoffentlich bald auch volle Stadien.

SPORT1: Wie bringen Engagements von Bundesligisten wie Schalke oder Wolfsburg den eSports weiter vorran?

deto: Vereine sind für den eSports und die Spieler extrem wichtig. Als Spieler kann man von professionellen Partnern sehr viel Lernen. Durch Training und den finanziellen Background kann Spielern ernorm geholfen werden. Ich hab zwar noch keinen Verein aber ein Sponsoring durch den Europapark, welches mir vor allem in der Vorbereitung auf große Events vieles erleichtert.

SPORT1: Auch bei FIFA kann der Zufall eine großes Rolle spielen. Was war deine schlimmste Momentum-Erfahrung.

deto: Momentum ist immer eine Geschichte für sich. Offiziell von EA heißt es, dass dieser Faktor nicht existiert, da das Spiel nicht beeinflussbar ist. Als Spieler hat man trotzdem das Gefühl, in Spielen wo extrem viel schief läuft, dass da irgendwas mysteriös ist. Trotzdem bringt es auf Dauer nichts, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Man sollte einen kühlen Kopf bewahren, nebensächliche Dinge ausblenden und versuchen das beste Spiel zu spielen - einfach weitermachen.

Video

SPORT1: 3.Liga, Icons und Co. - EA rührt für FIFA 18 schon ordentlich die Werbetrommel. Auf was freust du dich bei FIFA 18 besonders?

deto: Ich freu mich besonders auf die neue Icons für den Ultimate Team Modus. Auf Spieler wie Thierry Henry und Diego Maradona freue ich mich besonders. Das sind Spieler, die habe ich im TV unglaublich gerne spielen sehen. Die kann man sehr gut in sein Ultimate Team bauen und das wird eine richtig gute Geschichte.

Der FIFA Interactive wird ab Mittwoch um 13:00 live auf SPORT1.de übertragen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel