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Maurice „Amazing“ Stückenschneider während der fünften Woche des Summer Splits © Riot Games

Amazing erreichte zusammen mit Origen das League of Legends WM-Halbfinale. Ein Bug sorgte dafür, dass er einen seinen Lieblings-Champions dabei nicht mehr spielen durfte.

Von Johannes Gorzel

In der zweiten Ausgabe des vierteiligen Interviews mit Maurice „Amazing“ Stückenschneider spricht der Deutsche darüber, inwieweit der Gragas-Bug eine Hürde für ihn darstellte. Außerdem erklärt er, was mit den Weltmeistern aus dem letzten Jahr passierte, nachdem sie Angebote von neuen Teams annahmen.

„Es tut mir Leid für Mata und DanDy.“

SPORT1: Sowohl im letzten als auch in diesem Jahr war bei der Weltmeisterschaft ein südkoreanisches Team äußerst dominant. Würdest du von SK Telecom T1 behaupten, dass sie sich genauso stark von der Masse absetzen wie Samsung White 2014?

Amazing: Ich glaube, dass SSW gegen SKT auf jeden Fall gewinnen würde, wenn sie ein Best-of-Five spielen könnten – vielleicht 3:2, vielleicht 3:1. Die phänomenale Klasse, welche Samsung White damals in frühen Spielphasen demonstrierte, wurde so später von niemandem mehr erreicht. Auch nicht von SKT.

xPeke (M.) überraschte bei der WM mit seinem Anivia-Pick © Riot Games

SPORT1: Was denkst du über die Erfolge der Spieler von Samsung White, nachdem sich das Team im Herbst letzten Jahres auflöste?

Amazing: Es tut mir vor allem für Mata und DanDy leid. Ich zolle beiden Koreanern weiterhin immensen Respekt. Sie haben sich mit Vici Gaming nicht einmal für die Weltmeisterschaft qualifiziert.

Man merkt, dass sie ein sehr gutes Spielverständnis mitbringen. Dadurch, dass sie im Team mit den chinesischen Spielern Kommunikationsprobleme haben, können sie daraus leider nur wenig Kapital schlagen.

Sie haben mit dem Transfer zu VG den Erfolg gegen Geld ausgetauscht. Beide versiegen und können ihre Klasse nicht mehr zeigen.

Der Gragas-Bug traf Origens Pick- und Bann-Phase

SPORT1: Bei dieser Weltmeisterschaft gab es einen Bug im Spiel, welcher den Champion Gragas betraf. Konsequenz dessen war, dass er nicht mehr zur Verfügung stand. Was passiert bei einem solchen Vorfall hinter den Kulissen?

Amazing: Wenn ein solcher Bug während eines Matches entdeckt wird, dann pausiert man das Spiel und Schiedsrichter nehmen sich der Sache an.

Da wird dann geschaut, ob der Spieler richtig beobachtete, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Außerdem beurteilt man, inwieweit diese Störung das Spiel tatsächlich beeinflusste.

Ist man sich einig, dass ein Problem vorliegt, dann gibt es zwei Optionen die dann geprüft werden. Man kann natürlich nicht wie im Fußball bei einem platten Ball sofort für Ersatz sorgen. Entweder das Spiel wird neu gestartet und beide Teams beginnen noch einmal in der Pick- und Bannphase oder der Champion wird sogar deaktiviert. Letzteres war bei der WM mit Gragas der Fall.

SPORT1: Wie seid ihr damit umgegangen? Du warst zuvor ja dafür bekannt, oft Gragas zu spielen.

Amazing: In der Pick- und Bannphase haben wir bis dato dem Jungle nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt – darum fiel ich immer auf einen der drei Standard-Jungler zurück, zu denen Gragas gehörte.

Gragas ermöglichte es uns bis dahin, Spiele in die Länge zu ziehen. Wir haben gerne Champions gewählt, die es uns ermöglichten, Minion-Wellen zu clearen. Gragas ist dafür ziemlich gut.

Essenziell war er vielleicht nicht unbedingt, aber wir mussten unsere Pick- und Bann-Phase umstellen. Wir mussten dem Jungle eine höhere Priorität geben, um einen der anderen Standard-Jungler zu sichern. Das war eine Herausforderung.

Morgen erscheint Teil drei der vierteiligen Serie über Maurice "Amazing" Stückenschneider.

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