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Inszenierungen im eSports sind so bombastisch wie die der größten Rock-Stars der Welt. © Riot Games

Für Deutschlands größtes Public Viewing zur League of Legends-Weltmeisterschaft waren die Tickets innerhalb von 25 Stunden restlos ausverkauft. Max „HandOfBlood“ Knabe erläutert, wieso das Event so viele Zuschauer anzieht.

Von Johannes Gorzel

„The Main“ ist der Titel der Show, von der aus am Samstag die deutsche Livestream-Übertragung zum WM-Finale aus der Arena Berlin gesendet wurde. Mehr als 3.000 Besucher versammelten sich, um live dabei zu sein. Max Knabe und seine Kollegen von Summoner’s Inn richteten das Event aus und sind nicht davon überrascht, dass so viele Leute daran Interesse zeigen.

Deutschlands größter eSports-Youtuber

© Freaks 4U Gaming

"Die Figuren der eSport-Szene bilden inzwischen einen Personenkult. Insofern kann man den eSport auch mit traditionellem Sport vergleichen", erklärt Knabe, der auf seinem YouTube-Kanal über mehr als 400.000 Abonnenten verfügt. Er spricht davon, dass beispielsweise Spieler, Veteranen, Coaches und Kommentatoren über riesige Fan-Gemeinden verfügen.

„Genauso wie sich im Fußball zahlreiche Menschen mit einem Cristiano Ronaldo identifizieren, geschieht dies auch im eSport“, fährt er fort. „Die Leistungen und Charaktere der Spieler, welche durch Interviews und Highlight-Clips für jedermann sichtbar sind, stehen dem in nichts nach.“

Wenn der Torjubel des Fussballs nicht mehr beeindruckt

„In Sachen Entertainment hat der eSport meiner Meinung nach den traditionellen Sportarten sogar einiges voraus“, so Knabe. „Wer einmal miterlebt hat wie eine 3k-Elo-Shockwave die Horde der Gegner bei einem League of Legends-Match trifft, der lässt sich vom Torjubel im Fußballstadion nicht mehr beeindrucken.“

Dabei bezieht er sich auf den legendären Spielzug, welchen der deutsche Mid-Laner Carl „Forellenlord“ Lückmann einst im Spiel zwischen Team Alternate und Giants Gaming demonstrierte. Dabei erfasste er alle fünf Gegner mit der „Shockwave“ seines Champions Orianna, um damit im Alleingang die Spielsituation für sein Team zu entscheiden. Inzwischen ist Lückmann kein aktiver Spieler mehr, aber in der Community immer noch berühmt und berüchtigt.

Max Knabe appelliert an Kritiker des eSports, dem Phänomen eine Chance zu geben: „Letztendlich ist es wie bei jedem Sport. Wenn man dafür offen ist und sich damit auseinandersetzt, dann passiert es auch im Nu, dass die Faszination einen mitreißt.“

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