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Die rund 130 Champions in League of Legends erfahren regelmäßig Änderungen © Riot Games

In Patch 7.1 wurden einige der Champions, die als zu stark angesehen werden, vom Nerf-Hammer getroffen. Ganz vorne dabei: Camille, Poppy, Lee Sin und Syndra.

Der erste Patch seit einer längeren Zeit knöpft sich mehrere Übeltäter vor, über deren Stärke sich Teile der Community in den vergangenen Wochen lautstark im Internet beschwert haben. Ob dies einen Einfluss auf die LCS haben könnte, zeigt sich bei einem genaueren Blick.

Erster Schlag für Camille

Der neueste Champion Camille dominierte nach seiner Einführung ins Spiel die höheren Bereiche der Ladder. Auf Diamond-Niveau führt der Top-Laner die Statistik im Bereich der Win-Ratio mit fast 58% bei über 8500 Spielen in den letzten vier Wochen an. Auf Master- und Challenger-Niveau steigt diese Rate sogar auf über 60% an, dafür aber bei deutlich weniger Spielen.

In Patch 7.1 schraubt Riot Games am Kit und verringert beispielsweise die Schilddauer der passiven Fähigkeit im späteren Verlauf. Zudem betäubt die Ultimate nicht mehr immer für eine volle Sekunde.

Die Zahlen sprechen klar für die Stärke von Camille © op.gg

So ziemlich alle Spieler sind sich einig: Camille war zuvor viel zu stark. Eine Ban-Rate von fast 77% (über 20% höher als der nächste Champion) und die Win-Rate in höheren Bereichen der Ladder sprechen Bände. Die Nerfs sind berechtigt, wirken aber nicht so, als würde Camille deswegen von der Bildfläche verschwinden.

Auch Lee Sin, Poppy und Syndra angepasst

Lee Sin war auf dem vergangenen Patch mit Abstand der stärkste Jungler. Der blinde Mönch muss eine Abschwächung des Schadens seiner Ultimate hinnehmen, die es ihm in einigen Fällen deutlich erschweren wird, den Gegner damit aus dem Spiel zu nehmen.

Mit dem Aufstieg der Tanks erfreute sich auch Poppy wieder allergrößter Beliebtheit. Eine Problematik war, dass sie kaum Schwächen hatte, denn ihre Laning-Phase und ihre Präsenz in Team-Fights waren außergewöhnlich. Die verkürzte Schilddauer ihrer passiven Fähigkeit trifft sie zwar ein wenig, sollte aber keinen zu großen Einfluss auf ihre Popularität haben, da ihr Kit an sich weiterhin mächtig ist.

Syndra erwies sich im letzten Patch als extrem starker Mid-Laner. Die Ultimate hat eine etwas erhöhte Abklingzeit und mit der Fähigkeit "Willenskraft" können nun nicht mehr drei Kugeln aufgenommen werden. Dafür verursacht diese aber etwas True Damag. Auch hier scheint es sich um einen Nerf zu handeln, der den Champion zwar abschwächt, aber nicht nutzlos macht.

Kommt der neue Patch sofort zum Einsatz?

Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre kann gesagt werden, dass neue Patches in der LCS erst mehrere Wochen nach Erscheinen auch den Weg in die kompetitive Szene finden. Da zwischen Start des Spring Splits (19. Januar in Europa) und dem Release von 7.1 nur etwas über eine Woche liegt, kann wohl davon ausgegangen werden, dass zunächst auf dem älteren Patch gespielt wird.

Dadurch wird die Chance einer schlechten Vorbereitung der Profis minimiert, da sie einige Wochen auf dem alten Patch verbracht haben. Im aktuellen Fall dürften sich die Änderungen, wenn es um die Entscheidungen bezüglich der gespielten Champions und Team-Kompositionen geht, in Grenzen halten.

Sollte die LCS zunächst auf dem alten Patch 6.24 in den Spring Split gehen, wird Camille wohl noch die ein oder andere Woche auf ihr Debüt in der westlichen Profiszene warten müssen. Die Teams im Qualifikationsturnier für die Challenger Series in Europa folgten dem Beispiel der höherklassigen Ladder-Spieler und nahmen in zehn von elf Matches Camille vorzeitig aus dem Spiel. Lediglich Team Forges Jungler Taikki bekam einmal seine Hände an den jüngsten Champion und dominierte die Gegner nach Belieben.

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