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Der Deutsche Exileh hatte sich von den IEM mehr erhofft. © Riot Games

Weder die Unicorns of Love noch H2K oder G2 konnten sich den IEM-Titel sichern. Welche Lehren können die Teams aus der Enttäuschung ziehen?

Von Maximilian Eichgrün

Drei europäische Top-Teams rechneten sich Chancen auf den Titel bei den Intel Extreme Masters aus. Das kein Vertreter der EU LCS am Ende tatsächlich gewann, zeigt, dass Europa im Hinblick auf die Weltmeisterschaft noch einiges ändern muss.

Mangelnde Konstanz

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die internationale Top-Teams ausmacht, ist Konstanz. Die Fähigkeit, stets gute Leistungen abzurufen, ist enorm hilfreich, wenn es um internationale Wettbewerbe geht.

Die europäischen Vertreter bei den IEM ließen diese Konstanz zuweilen vermissen. So konnten gerade G2 Esports und H2k-Gaming einige wirklich gute Spiele abliefern, haben in anderen Partien aber ohne ersichtlichen Grund versagt.

Natürlich kann ein Team Pech haben und verlieren, aber H2K verlor beispielsweise nach zwei guten Spielen das dritte und entscheidende Match in der Serie gegen Südkoreas ROX Tigers bereits nach 23 Minuten und damit sehr deutlich. Dabei gehört ROX zu den schwächeren LCK-Teams.

Auch G2 muss sich Kritik gefallen lassen. Im Finale gegen die Flash Wolves leistete sich Europas bestes Team katastrophale Fehler und verlor am Ende klar mit 0:2. Einem Team mit so hohen Ansprüchen darf das nicht passieren.

Extrem starke Flash Wolves

Deutlich besser als erwartet zeigten sich die Flash Wolves aus der LMS. Im gesamten Turnier mussten die Taiwaner insgesamt vier Serien spielen und in jeder einzelnen davon trafen sie auf Teams aus der EU LCS.

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Die Flash Wolves gaben keine dieser Serien ab und holten sich am Ende verdient den Titel. Nur im Duell gegen H2K schwächelte der Tabellenführer der LMS und hätte dieses sogar beinahe verloren.

Doch die Europäer wurden in Spiel zwei bei eigenem Vorsprung nervös, stürzten sich in einen riskanten Teamkampf und ermöglichten dem Gegner so den Ausgleich und später den Sieg. Die Taiwaner bestrafen Fehler eben eiskalt und besitzen auch die Mentalität für ein Comeback.

Nervosität auf der großen Bühne

Mentalität ist ein gutes Stichwort, denn gerade die Spieler der Unicorns of Love haben abgesehen von den IEM in Oakland nicht allzu viel Erfahrung darin, vor großem Publikum zu spielen und schienen die Kulisse nicht gut zu verkraften. In Katowice musste das Team vor über 11.000 Zuschauern antreten und das merkte man den Spielern auch an.

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In jedes Spiel ging UoL wie ein Underdog. Nichts war übrig von den angriffslustigen Einhörnern, die zurzeit die Gruppe B der EU LCS anführen.

Als das Team sich im zweiten Spiel gegen G2 nach einem Goldrückstand beinahe zurückgekämpft hatte, machte es die eigene Arbeit zunichte und ließ sich von G2 in einem Kampf auseinander nehmen, der den Favoriten wieder klar nach vorne brachte und ihm letztendlich den Sieg bescherte.

Gegen Top-Teams keine Chance

Angesichts der Leistungen der Europäer bei den Intel Extreme Masters dürfte sich bestätigt haben, was ohnehin jeder vermutet hatte: Weder G2 noch H2K oder die Unicorns könnten es zurzeit mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte der LCK aufnehmen.

Gegen die "Super-Teams" von KT Rolster und SK Telecom T1 dürfte keiner der IEM-Teilnehmer in der aktuellen Verfassung eine wirkliche Chance haben.

Im Hinblick auf das nach dem Spring Split bevorstehende MSI und die später im Jahr stattfindende Weltmeisterschaft müssen die Teams also hart arbeiten und sich drastisch verbessern, um Südkorea vom Thron zu stoßen.

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