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Rekkles nach der erfolgreichen Worlds-Qualifikation © Riot Games

Der frühe Erfolg des jungen Rekkles wurde ihm nicht in die Wiege gelegt. Nach vielen Erfolgen und Rückschlägen spielt der Schwede wieder bei der WM.

von Marc Marake

Von Talentsichtungen vor den PC

Die eSports Karriere von Martin "Rekkles" Larsson startete mit 13 Jahren. Der Schwede war ein sehr talentierter Fußballspieler, verletzte sich aber schwer am Knie.

Daraufhin fing er mit League of Legends an. "Wir haben gesehen, dass er sehr talentiert war. Er hat wahrscheinlich eine lange Karriere vor sich."

Schon 2012 bekam der damals 16-Jährige das verspätete Geburtstagsgeschenk, bei der größten eSports-Organisation Europas, Fnatic, anfangen zu dürfen.  

Der erste Rückschlag

Rekkles bei Fnatic funktionierte von Anfang an. Doch der feurige Start wurde schnell auf Eis gelegt.

In dieser Zeit wurde mit der League of Legends Championship Series ein Ligasystem vorgestellt, welches die einzelnen Turniere fast komplett verdrängte.

Der 16-Jährige war für die Liga jedoch ein Jahr zu jung. Deswegen musste er ein komplettes Jahr in der Ameteur-Szene spielen, ehe er zurückkehren konnte. In der schnelllebigen eSports-Szene eine Ewigkeit.

Bilderbuchstart

Im neuen Jahr war es endlich soweit und der 17-Jährige gab Anfang 2014 sein LCS-Debüt. Die erste große Hürde seiner steilen Karriere konnte vom unerfahrenen Rekkles überkommen werden.

Sein passiver, aber effektiver Spielstil ergänzte die Spielmacher seines Teams. Somit wurde sein Rookie-Split ein voller Erfolg.

Der Fanliebling gewann nicht nur seinen ersten Split, sondern wurde auch der MVP der Playoffs.

Misserfolg und glorreiche Rückkehr

Ende 2014 brach Fnatics Lineup aufgrund schwacher Leistungen auseinander. Rekkles rechnete sich bei der Konkurrenz bessere Chancen aus und wechselte zu Alliance.

Das stargespickte Lineup entwickelte sich jedoch überraschend zum Flop und kämpfte nicht um Trophäen, sondern gegen den Abstieg.

Mitte 2015 bekam der AD-Carry die Möglichkeit, zur alten Wirkungsstätte zurückzukehren – mit Erfolg. Das junge Team schrieb mit 18 Siegen und keiner einzigen Niederlage Geschichte.

Auch die folgende Weltmeisterschaft wurde ein voller Erfolg. Fnatic gewann das westliche Duell gegen Cloud9 und schaffte es bis ins Halbfinale.

Ein neuer Kapitän

Trotz der Erfolge verlor der Fnatic-Spieler erneut drei Team-Mates. Das neue Lineup musste um den 18-Jährigen aufgebaut werden. Der sonst zurückhaltende Rekkles musste innerhalb und außerhalb des Spiels Verantwortung übernehmen.

"An diesem Punkt hatte ich gemerkt, dass ich keine Championship gewinnen, der beste Spieler oder im besten Team sein werde, wenn ich sechs Stunden pro Tag spiele, weil es ein Teamspiel ist. Irgendwo unterwegs hatte ich das vergessen", sagte Rekkles Ende 2015.

Nach dem Umbruch blieb der Erfolg aus und mit Febiven verließ auch der letzte Spieler des 2015er-Lineups das Team.

Der emotionale Spieler wendete sich im Frühling 2017 über Twitter an seine Fans. Durch die ständigen Aufs und Abs sowie die neue Last auf den Schultern habe seine mentale Verfassung gelitten.

Ein Aufwärtstrend

Dieses Jahr stellte sich Rekkles aber auch der Herausforderung. Er etablierte sich erneut als einer der besten AD-Carrys in Europa und führte als Kapitän sein Team.  

Die individuelle Leistung des Musterprofis wurde im Sommer mit dem MVP-Award gewürdigt. "Einen Award wie diesen zu bekommen ist etwas, woran ich die letzten drei Jahre gearbeitet habe."

Außerdem konnte nach dem Fiasko im letzten Jahr der Sprung zum wichtigsten Event des Jahres, der World Championship, geschafft werden.

Aufgeben ist keine Option

Obwohl Martin Larsson schon seit 2012 aktiv ist, hat der Vorzeigeprofi mit seinen 20 Jahren noch einiges vor sich.

Im Frühling hat er versprochen, seine Karriere auf einem Hoch beenden zu wollen. Verglichen mit alten Erfolgen hat er noch einen weiten Weg.

Das Aushängeschild der EU LCS hat neben dem Titelhunger auch die individuelle Klasse. So wird Rekkles auch bei den Worlds 2017 gegen die Besten der Besten sein Können zeigen wollen.

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