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Archetyp für einen Frontline-Tank: Reinhardt © Blizzard Entertainment

Reinhardt ist seit dem Release von Overwatch nicht nur eine ikonische Figur für das Spiel, sondern auch ein fester Bestandteil des Meta-Games.

Von Matthias Holländer

Der ikonische deutsche Ritter Reinhardt hat die Meta-Wechsel seit dem Release von Overwatch hervorragend überdauert. So war er auch auf den traditionellen Payload-Maps schon immer ein Dauergast und spielt mittlerweile sogar auf King of the Hill-Maps eine Rolle. SPORT1 wirft einen Blick auf Reinhardt und wie er ins aktuelle Meta-Game passt.

Payload Dauerbrenner

Auf nahezu jeder Payload-Map ist Reinhardt in der Defensive ein gesetzter Pick. Sein Schild bietet hervorragenden Schutz gegen jegliche Offensive, auf die man vorbereitet sein muss. So bietet er unerreichten Schutz für DPS und Support-Spieler sowie verwundete Tank-Kollegen.

Reinhardt © Blizzard Entertainment

Payload-Maps haben eine Reihe klar definierter Choke-Points, an denen angreifende Gegner gegen einen Reinhardt wenig Spielraum haben. Reinhardts Schild bietet offensichtliche Vorteile in der Poke-Phase vor Fights, in welcher der Gegner nach einem Pick-Off sucht, um sich die Überzahl für den kommenden Fight zu sichern.

Aber auch im tatsächlichen Fight kann Reinhardt spielentscheidend sein. So ist seine Ultimate zu jedem Zeitpunkt ein potentieller Game-Changer, der den Fight für sein Team gewinnen kann. Gleichzeitig bietet er Schutz vor einer Reihe katastrophaler Ultimates wie z.B. D.Va, Reaper, Zarya oder dem Earthshatter des gegnerischen Reinhardts. Tatsächlich ist einer der Hauptgründe, Reinhardt zu nutzen, immer noch der Schutz vor dem gegnerischen Reinhardt.

In der Offensive hat die sogenannte Dive-Komposition mit Winston, Genji, Zarya-Kern an Popularität gewonnen, da sie einen einfachen Weg in die gegnerische Backline hat. Allerdings ist das Matchup gegen die defensive Reinhardt-Komposition gerade im Pro-Bereich stark von der Koordination der beiden Teams abhängig. Meist wechselt die Offensive nach 1-2 fehlgeschlagenen Pushes mit der Dive-Komposition auf ein traditionelleres Setup um Reinhardt. Viele Teams starten ihren Angriff allerdings immer noch mit Reinhardt.

Wachsende Popularität im King of the Hill

Kein Schreibfehler: Reinhardt findet tatsächlich seit Monaten immer regelmäßiger seinen Weg in die Lineups der Profis auf King of the Hill-Maps. Dennoch hat Reinhardt besonders auf offeneren KotH-Maps mit wenigen Choke-Points oder guten Möglichkeiten für gegnerische Flanker klare Schwächen.

Reinhardt © Blizzard Entertainment

Auf KotH-Maps spielen die meisten Teams um die Stärke ihres Main-Tank-Spielers. Teams, die über einen hervorragenden Winston-Spieler wie z.B. Miro verfügen, ziehen auf KotH eine Dive-Komp vor, während Teams mit besonders guten Reinhardt-Spielern eine Komposition um diesen bevorzugen. Ein Beispiel wäre Reinforce von Team Misfits, der schon in seiner Zeit bei Rogue nahezu ausschließlich auf Reinhardt zu sehen war.

Besonders die offeneren Stages der KotH-Maps bereiten Reinhardt-Kompositionen Schwierigkeiten. Zu einfach ist es für Genji, Tracer, Winston & Co, die Backline zu diven, ohne dass Reinhardt diese effektiv verteidigen kann. Grund dafür ist der Mangel an effektiven Choke-Points, an denen Fights gewonnen werden können, um danach den Kontrollpunkt einzunehmen. Der Gegner kann sich bewusst dazu entscheiden, die Reinhardt-Komposition einfach nicht im Choke-Point zu fighten.

Offensichtliche Schwächen

In der Anfangsphase der kompetitiven Szene war Reinhardt im eigenen Team nicht wegzudenken und im Gegnerteam scheinbar unumgänglich. Im Laufe der Zeit und vor allem auch mit dem Aufstieg der koreanischen Szene wurde Reinhardt als Charakter entblößt. Nahezu alle Möglichkeiten, ihn zu umgehen, sind bekannt, Schwächen offen gelegt und Counterplay perfektioniert.

Hammer Time © Blizzard Entertainment

So haben Teams mittlerweile gemerkt, dass ein Schild mit 2000 HP gar nicht so unumgänglich ist, wenn man es mit mehreren DPS und Tanks unter Beschuss nimmt. Ein großer Faktor war hier der Aufstieg von Roadhog, dessen alternatives Feuer riesigen Schaden an Reinhardts Schild anrichtet. Viele Kompositionen bauen mittlerweile um einige solide Shieldbreaker wie Roadhog, Soldier, manchmal sogar Junkrat, um Reinhardt das Leben schwer zu machen.

Ein weiterer Konter zu einer Reinhardt-Komposition im Angriff ist Mei. Der langsam vorrückende Charakter einer Reinhardt-Komposition kann von einer Mei-Wall mit gutem Timing geteilt werden, womit man einen Fight in klarer Überzahl erzwingen kann.

Mit McCrees Rückkehr als DPS ist auch seine Flashbang wieder eine große Gefahr, gerade in Stand-off-Situationen, in denen sich zwei Reinhardts mit gehobenen Schildern und aufgeladenen Ultimates gegenüberstehen. Von der Flashbang über das Schild lassen sich die meisten Reinhardts nicht beeindrucken und heben präventiv das Schild gen Himmel.

Dieser Schild ist dann allerdings für einen kurzen Moment nach unten hin offen und bietet zwei Möglichkeiten: Zum einen die Möglichkeit einer Flashbang unter dem Schild, zum anderen kann der gegnerische Reinhardt unter dem Schild hindurch seinen Earthshatter nutzen.

Trotz dieser Schwächen ist Reinhardt weiterhin ein konstanter Pick. Ohne große Veränderungen an Reinhardt oder am Spiel selbst, wird sich das auch nicht so schnell ändern.

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