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Die deutschen Volleyballer erfüllen ihre eigene Zielvorgabe und gewinnen die Goldmedaille bei den Europaspielen. Nur im dritten Satz des Finales wackelt der WM-Dritte.

Die deutschen Volleyballer haben bei den ersten Europaspielen in Baku die Goldmedaille gewonnen.

Im Finale setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen mit 3:1 (25:16, 25:18, 29:31, 25:21) gegen Bulgarien durch und erfüllte damit die eigenen Zielvorgaben: " Ich war überzeugt, dass wir es schaffen können!"

Heynen legte gleich nach Spielende bei SPORT1 ein Geständnis ab: "Ich habe ein Problem - das Problem vom Trainer. Du hast gewonnen und du denkst schon an das nächste. Was müssen wir nun machen. Die EM kommt in vier Monaten. Da bin ich mit dem Kopf - das hört sich dumm an, ich weiß es, aber ich bin mit Kopf schon - nun muss EM spielen."

Auf die Nachfrage, ob er diesen Moment gar nicht genießen kann, bekundete er mit einem Lächeln: "Ein Trainer guckt immer nach dem nächsten Schritt. Das heute müssen wir nutzen, um wieder einen Schritt nach vorne zu gehen."

Für seine Spieler gibt er jedoch eine klare Anweisung zum ausgelassenen Feiern: "Die Jungs müssen feiern, am besten so, dass sie sich nur noch ins Flugzeug schleppen können. Das müssen die Jungs machen!"

Dass er selbst als Trainer keine Goldmedaille bekommen hatte, nahm er mit Humor: "Praktisch habe ich keine bekommen. Mein erster Gedanken war - hey, warum kriege ich keine? Da muss eine von einem Spieler abnehmen."

"Das Wichtigste ist, dass unsere Spieler lernen, dass wir immer gewinnen können. Wir müssen ehrlich sein, bei den Europaspielen gehörten wir zu den Favoriten, und der Favorit muss auch Gold holen. Daher ist es für die Mannschaft eine sehr wichtige Medaille", sagte Heynen.

Für die Olympia-Qualifikation hatte das Turnier in Aserbaidschan keine Bedeutung, die Freude bei Jochen Schöps und Co. minderte das aber nicht: "Jetzt ist erstmal Freude, Party und wir sind megaglücklich!", sagte der Kapitän zu SPORT1.

Das deutsche Team hatte die Partie zu Beginn im Griff und ließ die Bulgaren nicht richtig ins Spiel kommen. Im dritten Durchgang wackelte der WM-Dritte allerdings und vergab zwei Matchbälle.

Christian Fromm sagte dazu: "Ich denke, wir waren ein wenig unkonzentriert, haben ein bisschen die Linie verloren - nicht unbedingt mit Absicht, weil wir dachten, wir sind schon durch. Aber das kann halt mal passieren, wenn die nicht aufgeben."

Trotz des kleinen Zwischentiefs ließ sich die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) den Sieg aber nicht mehr nehmen. "Wir mussten uns zurückfighten und das haben wir halt getan. Deswegen haben wir verdient gewonnen", meinte Fromm.

Mit deutlichen Worten hakte er die anstrengenden Tage von Aserbaidschan ab: "Endlich ist es vorbei und geschafft. Wenn du drei Wochen hier bist, dir jeden Tag den Arsch aufreißt und hier jeden zweiten Tag spielen musst, nichts außer der Halle siehst, dann ist das die einzige Belohnung. Ich hoffe, das bleibt noch ein bisschen in den Köpfen und motiviert uns, weiter so hart zu arbeiten."

Der WM-Dritte unterstrich mit dem Erfolg seine Favoritenrolle für die EM in Bulgarien und Italien (9. bis 18. Oktober).

Beide Mannschaften hatten sich bereits in der Gruppenphase gegenüber gestanden.

Die Schmetterlinge verfolgten auch das letzte Spiel ihrer Landsmänner vor Ort in der Crystal Hall
Die Schmetterlinge verfolgten auch das letzte Spiel ihrer Landsmänner vor Ort in der Crystal Hall © Getty Images

Auch dieses Duell hatte Deutschland klar für sich entschieden. Die DVV-Auswahl überzeugte in Aserbaidschan auf ganzer Linie.

Nach der Auftaktniederlage gegen den späteren Halbfinalgegner Russland gab es sieben Siege in Folge, davon fünf ohne Satzverlust.

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