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1860 München hat im Montagsspiel des 13. Spieltags Fortuna Düsseldorf zu Gast

München - Vor dem Spiel 1860 München gegen Fortuna Düsseldorf sprechen zwei Spieler bei SPORT1, die spät, aber gewaltig durchstarten.

Rubin Okotie und Michael Liendl sind Spätstarter.

Doch rechtzeitig zum Montags-Topspiel des TSV 1860 München gegen Fortuna Düsseldorf (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) haben sich der 27 Jahre alte "Löwen"-Stürmer und Düsseldorfs 29-jähriger Mittelfeldspieler in den Blickpunkt gespielt.

Okotie ist mit acht Toren der Toptorjäger der Münchner und Liendl erzielte in 12 Spielen drei Tore, legte zudem drei weitere Treffer auf. Nun stehen sich die beiden Österreicher im direkten Duell ihrer Teams gegenüber.

Düsseldorf kann mit einem Sieg Platz 2 zurückerobern, 1860 mit einem Sieg bis auf Rang 12 klettern (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gegenseitiges Lob

Und die beiden Österreicher haben großen Respekt vor der Leistung des anderen.

"Der Michi und ich haben bei Austria Wien zusammengespielt. Er ist ein super Typ und es freut mich, dass es für ihn bei der Fortuna so gut läuft", sagt Okotie im Gespräch mit SPORT1.

"Ich freue mich auch auf das Wiedersehen, weil ja nicht nur Michi da spielt, sondern auch meine beiden Landsleute Jimmy Hoffer und Christian Gartner."

Auch Liendl findet bei SPORT1 nur positive Worte über den Kollegen: "Rubin war für mich schon immer ein sehr guter Spieler. Schon zu unserer gemeinsamen Zeit in Österreich war er ein klasse Stürmer."

Dass Okotie aber erst in dieser Saison so richtig losgelegt hat, liegt auch daran, dass ihn in der Vergangenheit oft Verletzungspech zurück warf.

Schwere Zeit in Nürnberg

"Ich hatte 2009 eine langwierige Knieverletzung, als ich zum 1. FC Nürnberg wechselte", sagt er und fügt hinzu: "Dort konnte ich mein volles Potential aufgrund der Verletzung allerdings nie richtig erreichen."

Diese Zeit sei nicht immer einfach gewesen, aber er habe "dabei vieles gelernt" und sei "schließlich gestärkt da rausgegangen", sei "ruhiger und reifer geworden."

Die Verletzung habe "ihn zurückgeworfen, aber ich ziehe den Hut davor, wie er zurückgekommen ist", meinte Liendl.

"Das spricht für seine Qualität. Rubin ist ein Spieler, der vorm Tor eiskalt ist, immer in Bewegung ist, sehr körperbetont spielt und immer für Unruhe sorgt. Deshalb ist es für jeden Verteidiger sehr unangenehm gegen Rubin zu spielen."

Okotie lässt Lauth vergessen

In diesem Sommer wurde 1860-Sportdirektor Gerhard Poschner auf Okotie aufmerksam und verpflichtete den 1,88 Meter großen Stürmer, der mit seiner Treffsicherheit die "Löwen" den Abgang von Benny Lauth verschmerzen ließ.

"Der Rubin schießt fast in jedem Spiel ein Tor und das sind die besten Argumente, um eine Legende wie Benny Lauth ein bisschen vergessen zu machen", weiß Liendl.

"Rubin zeigt gerade, dass man sagen kann, 'Benny Lauth war einmal, aber jetzt ist Rubin Okotie da'. Sie sind in München bestimmt froh, dass Rubin da ist."

"Haben als Mannschaft noch einiges vor uns"

Bei den Sechzigern ist Okotie längst zum neuen Publikumsliebling avanciert. "Natürlich freue ich mich, dass es für mich persönlich so gut läuft, aber wir haben als Mannschaft noch einiges vor uns", sagt der Torjäger zurückhaltend.

Nach schlimmen Wochen und dem Absturz auf Platz 18 konnte am vergangenen Spieltag endlich ein erlösender 3:0-Sieg eingefahren werden - dank eines Doppelpacks von Okotie.

"Der Start verlief natürlich nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben", sagt der Acht-Tore-Mann. "Der Sieg in Bochum hat gut getan und jetzt wollen wir nachlegen."

Erfolg bekomme man schließlich "nicht geschenkt, sondern den muss man sich hart erarbeiten."

Auch Liendl hat mit seinem Wechsel im Januar vom österreichischen Erstligisten Wolfsberger AC zur Fortuna alles richtig gemacht.

Kurios, dass sich die beiden früheren Weggefährten mit einer ähnlichen Vita nun als Rivalen wiedersehen.

Extreme Freude

"Mich hat es extrem gefreut, dass der Michi den Sprung von Wolfsberg nach Düsseldorf geschafft hat", meint Okotie.

"Das ist nichts Alltägliches in dem Alter von einem relativ kleinen Verein zu einem Traditionsverein in der zweiten deutschen Liga zu wechseln. Seine Leistungen haben mich sehr beeindruckt, auch, dass er sich gleich so etabliert hat und so ein Schlüsselspieler geworden ist. Da hat er meinen ganzen Respekt."

Liendl weiß natürlich: "Wenn man mit 28 den Sprung ins Ausland schafft, dann ist es vielleicht ein bisschen spät, aber noch nicht zu spät. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe und dass ich mich bei Fortuna etabliert habe, ist umso schöner für mich."

Rückendeckung von Reck

Es freue ihn "extrem" mit Oliver Reck einen Trainer zu haben, "der so hinter mir steht. Das habe ich mir in dem halben Jahr durch überzeugende Leistungen hart erarbeitet. Das wird honoriert. Es ist immer schön, wenn man Rückendeckung hat".

Doch selbstbewusst ergänzt er: "Es ist nicht so einfach, dass du so einen Sprung schaffst, es ist kein Wunschkonzert. Bei mir hat es in der Vergangenheit nie ganz gepasst, von daher war jetzt die Chance da und ich habe sie genutzt."

Und weiter: "Für mich war Fortuna ein Glücksfall. Der Verein hat die Ambitionen auf die Rückkehr in die Bundesliga, da ist es schon super gelaufen für mich."

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