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Andreas Lambertz von Fortuna Düsseldorf

München - Vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth spricht Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz bei SPORT1 über die Fortuna und übt Kritik.

Andreas Lambertz darf das Klub-Logo auf seinem Trikot mit gutem Recht küssen.

Der 30-Jährige ist einer der wenigen Fußballprofis in Deutschland, für den Vereinstreue keine leere Worthülse ist.

Der Mittelfeldspieler steht seit 2003 bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag und hat als Profi für keinen anderen Klub gespielt. Für die Fans ist der Kapitän längst zur Kultfigur geworden.

Vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im Sportradio SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) spricht Lambertz über seine Treue zur Fortuna und den Aufstiegstraum.

SPORT1: Herr Lambertz, Fortuna ist Zweiter. Sie dürften zufrieden sein, oder?

Andreas "Lumpi" Lambertz: Die letzten Spiele waren zwar soweit ganz ordentlich und von den Ergebnissen erfolgreich, aber da gibt es überall noch Verbesserungspotenzial. Ich denke da nur an das letzte Spiel bei 1860 München, wo wir den Sack einfach früher zumachen müssen und nicht kurz vor Schluss den Ausgleich kassieren dürfen.

SPORT1: Sind das die einzigen Mängel, die Sie ausgemacht haben?

Lambertz: Es geht vielleicht auch darum, nicht immer nur den tödlichen Pass spielen zu wollen oder den besser postierten Mann zu suchen. Woran das genau liegt, will ich gar nicht ausmachen. Fakt ist, dass es offensiv noch besser geht und daran müssen wir arbeiten. Wir haben gegen die "Löwen" wenig zugelassen, aber phasenweise hätten wir für mehr Entlastung sorgen können.

SPORT1: Sie heben mahnend den Finger. Die Gesamtsituation ist aber doch sehr positiv. Der Verein steht auf einem Aufstiegsplatz. Ist Trainer Oliver Reck der Schlüssel zum Erfolg?

Lambertz: Das will ich nicht sagen. Der Trainer ist ein wichtiger Schlüssel. Da gibt es aber viele Personen. Helmut Schulte (Düsseldorfs Sportchef, Anm. d. Red.) hat das Team zusammengestellt und auch wir als Mannschaft müssen intern gucken, dass wir das Ding zusammenhalten. Da spielen momentan viele Faktoren eine Rolle, aber es passt einfach sehr gut.

SPORT1: Sie sind seit 2003 Profi bei Fortuna, haben mit dem Verein alle Höhen und Tiefen durchlebt. Warum wollten Sie nie woanders hin?

Lambertz: Natürlich habe ich auch mal über einen Wechsel nachgedacht, als wir in der 3. Liga waren und die Zweite Liga gelockt hat. Du willst dich natürlich auch immer sportlich verbessern, aber im Endeffekt war es dann immer so, dass ich gesehen habe, dass sich in Düsseldorf etwas entwickelt und dann war es immer die richtige Entscheidung zu bleiben.

SPORT1: Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Wie sind Ihre Pläne?

Lambertz: Ich hätte auf jeden Fall Lust, weiter bei Fortuna zu spielen. Das liegt aber nicht in meiner Macht, sondern dass muss der Verein entscheiden.

SPORT1: Mit Verlaub, Sie sind Kultfigur und Publikumsliebling in Düsseldorf.

Lambertz: Ich hoffe einfach, dass es weiter so ist. Man kann nicht in alle Köpfe reinschauen. Wie es ab Sommer weitergeht, wird sich in Zukunft zeigen.

SPORT1: In der heutigen Zeit ist es außergewöhnlich einem Verein so die Treue zu halten. Warum hat das all die Jahre für Sie gepasst bei Fortuna?

Lambertz: Ich bin von der A-Jugend zu den Profis gekommen und hatte da sicher auch meine Förderer, die hinter mir standen wie einen Massimo Morales, Uwe Weidemann oder Norbert Meier. Diese Drei haben immer auf mich als "Pferd" gesetzt. Wenn du dann das Selbstvertrauen vom Trainer bekommst, dann bist du natürlich in der Lage, bessere Leistungen abzurufen.

SPORT1: Wäre der Aufstieg ein Muss oder ist ein weiteres Jahr Zweite Liga zu verkraften, wie man im Umfeld hört?

Lambertz: Den Fehler sollten wir auch nicht machen und immer nur nach oben schielen und an den Aufstieg denken. Ich glaube, da würden wir uns zu sehr unter Druck setzen. Natürlich hat jeder das Ziel wieder hochzukommen, aber man sollte es nicht übertreiben.

SPORT1: Am Montag ist Greuther Fürth zu Gast in der Esprit Arena. Ein richtiger Gradmesser?

Lambertz: Auf jeden Fall. Aber die Aufgabe ist auch gefährlich, wenn man denkt, dass es im Vorbeigehen geht. Wenn wir unsere Aufgaben 100 Prozent ernst nehmen und uns auf unsere Stärken konzentrieren, dann sind wir in der Lage jeden zu schlagen.

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