Im Falle eines Aufstiegs von RB Leipzig in die Bundesliga wird Sportdirektor Ralf Rangnick seine Doppelfunktion aufgeben und sich nur noch auf seine Aufgabe in Deutschland konzentrieren.

"Falls Leipzig den Aufstieg schafft, werde ich in Salzburg kein Sportdirektor mehr sein können", sagte Rangnick im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Der 56-Jährige begründet den möglichen Schritt neben dem hohen Arbeitsaufwand mit der dann internationalen Konkurrenzsituation beider Klubs: "Das wären dann zwei Erstligisten, die sich theoretisch auch mal in einem internationalen Wettbewerb begegnen könnten. Die können nicht denselben Sportchef haben."

Einen direkten Aufstieg Leipzigs in dieser Saison hält Rangnick "für möglich, aber nicht für hochgradig wahrscheinlich". Die Mannschaft sei "individuell gut, aber nicht so herausragend besetzt, dass ein Durchmarsch in die Bundesliga automatisch erwartet werden könnte".

Im Vergleich mit Salzburg habe Leipzig in der RB-Rangordnung Priorität. "Dass die Besten am Ende in Leipzig landen sollen, ist völlig normal", erklärte Rangnick.

Die Debatte um RB, das mit zig Millionen Euro vom österreichischen Brauseunternehmen bezuschusst wird, tut Rangnick ab: "Wir sind die Speerspitze einer Diskussion, in der alte Werte auf eine neue Entwicklung prallen - die meiner Meinung nach sowieso nicht aufzuhalten sein wird." (ausführliche Diskussion über die sogenannten Retortenklubs am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1)

Er sei auch überzeugt, dass die 50+1-Regel, die den Einfluss von Investoren in Vereinen beschränkt, "in der jetzigen Form nicht ewig standhalten" werde.

Im Übrigen ginge es Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz mit seinem Engagement nicht nur um einen Werbeeffekt. Sei eigentlicher Antrieb sei es, junge und talentierte Athleten zu fördern, betonte Rangnick.

Zugleich widersprach er hartnäckigen Gerüchten, wonach Alexander Zorniger im Falle eines Aufstiegs weichen muss und womöglich durch Thomas Tuchel ersetzt werden könnte. Dies werde "ganz sicher nicht" passieren.

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