Video

Von Daniel Becht

Norbert Düwel bereut seine Aktion nach dem letzten Spiel zu Hause gegen 1860 München (1:4). Der Trainer von Union Berlin zeigte einem Zuschauer auf der Tribüne den ausgestreckten Mittelfinger, nachdem dieser ihn beleidigt haben soll.

"Ich habe einen Fehler gemacht und dafür habe ich mich grundsätzlich entschuldigt, also nicht bei der Person. Es war nur eine einzelne Person mit der Geste gemeint. Das ist mir einmal passiert und wird mir nicht nochmal passieren", sagte Düwel im Gespräch mit SPORT1.

"Das war eine spontane Geschichte, die fehl am Platz war, keine Frage, aber ich bin keiner, der sich permanent durch unsportliches Verhalten auszeichnet. Ich habe mich aus Überzeugung der Lage gestellt, weil ich auch weiß, dass es nicht in Ordnung war."

Düwel fügt noch hinzu: " Ich habe es der Mannschaft erklärt und es ist alles im grünen Bereich. Ich gehe davon aus, dass der DFB-Kontroll-Ausschuss das richtig beurteilen wird.

Der 46-Jährige weiter: "Ich habe alle Statements dazu abgebeben, habe mich erklärt und damit ist es auch gut. Der Fokus lag unmittelbar nach dem Spiel schon wieder auf dem nächsten Spiel."

Die massive Kritik in den Medien kann er nicht nachvollziehen. Auch SPORT1-Experte Christian Beeck hatte sich zuletzt kritisch geäußert. "Dieser moralische Zeigefinger, der da von einigen gehoben wird, das muss jeder für sich entscheiden, ob das in der Form sein muss", so Düwel.

Sportlich ist die Lage bei den Berlinern beunruhigend. Die "Eisernen" stehen nach 14 Spieltagen auf dem 15. Platz. Vor dem Spiel am Freitag bei Erzgebirge Aue (ab 18.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) sagte Düwel zu SPORT1: "Es ist eine ganz schwere Situation für alle Beteiligten. Natürlich möchte ich in einem Umbruchsjahr einiges bewegen. Es läuft nicht alles nach Plan. Es ist meine erste Stelle als Cheftrainer und ich mache alles für diesen Verein. Die Leute, die Union im Herzen haben, wissen das."

Einen Grund für die Misere scheint Düwel ausgemacht zu haben und übt in dem Zusammenhang Kritik am Team: "Die mentale Stärke der Mannschaft reicht in entscheidenden Spielen nicht aus, um all das in 90 Minuten abzurufen, was sie eigentlich in der Lage ist zu zeigen. Wir haben nicht die entsprechenden Typen auf dem Platz, die die Signale ausgeben und von sich aus das Heft in die Hand nehmen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel