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Torsten Lieberknecht begann seine Trainerlaufbahn 2007 bei der U 19 von Eintracht Braunschweig
Torsten Lieberknecht begann seine Trainerlaufbahn 2007 bei der U 19 von Eintracht Braunschweig © getty

München - Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg spricht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht bei SPORT1 über die aktuelle Lage.

Um das Wohlbefinden von Torsten Lieberknecht muss man sich gerade keine Sorgen machen.

"Es hat nicht immer etwas mit Fußball zu tun, ob es einem gut geht oder nicht. Auch ohne Fußball geht es mir sehr gut", sagt der Trainer von Eintracht Braunschweig im Gespräch mit SPORT1 und lacht dabei.

Vor dem Heimspiel seiner "Löwen" am Abend gegen den 1. FC Nürnberg (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im Sportradio SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) dürfte die Laune des 41-Jährigen auf jeden Fall gut sein.

Der Grund liegt auf der Hand: Von den letzten fünf Spielen gewann die Eintracht vier. 

Holpriger Saisonstart

Nach holprigem Saisonstart mit drei Niederlagen in den ersten fünf Partien haben die Niedersachsen die Kurve gekriegt.

"Mit den Ergebnissen sehen wir eine Bestätigung, dass sich die Mannschaft entwicklungsfähig zeigt", so Lieberknecht.

"Nach dem Start, der nicht so schlecht war, wie es viele gesehen haben, haben wir der Truppe in Ruhe die nötige Stabilität zurückgebracht."

Noch lange am Bundesligajahr geknabbert

Nach dem Abstieg wurden die Braunschweiger von den Experten als Aufstiegskandidat genannt. Doch in diese Rolle wollte Lieberknecht gar nicht erst schlüpfen.

"Für Außenstehende ist man als Absteiger automatisch der große Favorit, aber so haben wir uns nie gesehen", erklärt der Coach: "Wir sind immer ruhig geblieben, weil wir wissen, dass es eine ganz schwere Saison wird. Das eine Jahr Bundesliga mit vielen Rückschlägen und hohem mentalen Einsatz mussten wir verarbeiten."

Die Niedersachsen sehen sich auf einem guten Weg, aber keinesfalls als Aufstiegsaspirant. "Wir haben uns wieder Kraft geholt und wollen in diesem Jahr eine stabile Saison spielen. Andere Teams da oben werden sicher das Rennen unter sich ausmachen", meint Lieberknecht.

"Aufstieg für Nürnberg ein Muss"

Die Frage, warum sein Team nicht zum Kreis der Aufstiegskandidaten dazugehören will, bügelt Lieberknecht schmunzelnd ab.

"Es geht nicht darum, ob wir dazu gehören wollen. Es geht darum, was unser Ziel ist. Immer mit dem Wissen, wie schwer das wird", betont er.

Andere Vereine würden da offensiver vorgehen, "weil sie es auch müssen."

Und da hat Lieberknecht den kommenden Gegner im Blick. "Für die Nürnberger ist es ein Muss aufzusteigen, wenn man den Berichten glauben kann. Wir wollen dagegen die nächsten Schritte einleiten."

Treue zu Lieberknecht

Dass Lieberknecht diese nächsten Schritte weiter in Braunschweig in Ruhe machen kann, ist ein Novum in der Branche. Auch nach dem Abstieg und der Mini-Krise zu Saisonbeginn gab es von Vereinsseite keinerlei Zweifel an seiner Person.

Und Lieberknecht weiß dies zu schätzen. "Natürlich gab es am Anfang in der Zweiten Liga intern auch Diskussionen. Ich habe aber nachgewiesen, dass ich erfolgreich arbeiten kann."

Es sei "sicher nicht alltäglich, dass es im Umfeld ruhig ist - das weiß ich auch. Aber diese Tatsache lässt mich auch nicht jeden Tag in Ruhe hierher kommen und denken, dass nichts passiert."

Nielsen blüht auf

Auf dem Platz passiert in letzter Zeit wieder viel Positives. Das liegt auch an Eintracht-Stürmer Harvard Nielsen. Der Däne traf in der Hinrunde bereits sieben Mal.

"Harvard war ein Spieler, der offensiv Qualitäten hat, aber in der Bundesliga sehr oft Pech im Abschluss hatte", sagt Lieberknecht.

"Wir haben ihn länger ausgeliehen und bei uns behalten, weil wir in ihm noch Entwicklungspotenzial sehen."

Nielsen sei schließlich "torgefährlich" und habe sich "final so entwickelt, dass er die Tore jetzt auch macht."

Er sei "ein wichtiger Spieler, der charakterlich super in die Mannschaft passt und im Gesamtpaket ein guter Junge, der nun den nächsten Schritt machen kann."

Respekt vor Nürnberg

Den nächsten Schritt wollen die Braunschweiger nun gegen den Club machen. Doch man ist vorsichtig euphorisch. Nürnberg zeigte sich immer dann stabil, weiß Lieberknecht, "wenn der Druck am größten war wie gegen Kaiserslautern, Leipzig, Bochum und zuletzt gegen Ingolstadt."

Es sei "eine überragend zusammengestellte Mannschaft mit sensationellen Einzelspielern. Es wird eine brutal schwere Aufgabe für uns."

Braunschweigs Fans hoffen jedenfalls, dass Lieberknechts Laune auch nach dem Duell mit den Franken weiter gut ist.

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