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Ewald Lienen
Ewald Lienen diskutiert nach dem Spiel gegen Fürth mit den Schiedsrichter © Getty Images

Hamburg - Nach der Niederlage gegen Greuther Fürth wütet St. Paulis Trainer Ewald Lienen gegen die Schiedsrichter. Fürth dagegen beendet eine lange Durststrecke.

Ewald Lienen wollte nichts sagen. Eigentlich. Aber der Trainer des FC St. Pauli tat es doch. Denn das, was er zuvor in den 90 Minuten bei der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth gesehen hatte, ließ ihn vor Wut förmlich kochen. Und das hatte nicht nur damit zu tun, dass die Kiez-Kicker weiter dem Abstieg entgegentaumeln. (DATENCENTER: Tabelle)

"Die Grenzen der Fairness sind hier für mich überschritten worden. Ich bin hier selten von einem Schiedsrichter so vorgeführt worden", grantelte Lienen bei SPORT1. Es war die seiner Ansicht nach von Referee Martin Petersen nicht geahndete übertriebene Härte der Fürther, die den Coach zu dieser Aussage hinreißen ließen. "Natürlich", ergänzte Lienen, "ist das Abstiegskampf. Aber da muss der Schiedsrichter auch mal reagieren."

Dass Petersen nach Absprache mit seinem Assistenten einen Elfmeter für die Gastgeber zurücknahm, obwohl Benedikt Röcker den Ball nach einer Flanke von Waldemar Sobota aus kurzer Diszanz an die Hand bekommen hatte (15.), kam dabei noch erschwerend hinzu. "Das will ich gar nicht kommentieren, diese Szene spricht für sich", meinte Lienen bloß.

Kramer erleichtert nach bissigem Kampf

Sein Fürther Pendant wollte auf diese Kritik gar nicht erst eingehen. Stattdessen freute er sich, dass sein Team einen Befreiungsschlag gelandet, die Talfahrt gestoppt hatte und sich somit wohl auch sich selbst aus der Schusslinie beförderte. 

"Das war ein sehr intensiver, heißer Fight, den wir da geliefert haben. Das war auch nicht anders zu erwarten, wenn zwei Mannschaften gegeneinander spielen, die einfach mit dem Rücken zur Wand stehen", analysierte Kramer bei SPORT1. "So muss man dann in der Zweiten Liga versuchen zu bestehen, und das haben wir gemacht. Wir haben richtig gebissen. Das ist die Basis, allerdings auch nur ein erster kleiner Schritt. Es ist wichtig, jetzt schon an den zweiten und dritten zu denken."

Fürth beendet Sieglos-Serie

Vor 23.383 Zuschauern im fast ausverkauften Millerntorstadion erzielte Mittelfeldspieler Kacper Przybylko in der 27. Minute aus kurzer Distanz das Tor für den Tabellen-13 und sorgte damit für den ersten Dreier nach acht sieglosen Partien. Es war der erste Treffer für die Franken nach einer Torflaute von 573 Minuten. Przybylko profitierte von einem Missverständnis in der Hintermannschaft der Hanseaten. "Das ist eine pure Erleichterung, jetzt sind wir endlich dieses Gerede der Torlos-Minuten los", sagte der Torschütze. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

"Bei dem Tor haben wir uns ganz schlecht angestellt", bemängelte Lienen. "Das haben sie öfter gemacht, dass bei einem Freistoß jemand diagonal hereingelaufen ist und wir das nicht gesehen haben.

In einer Partie auf mäßigem Niveau ging der Sieg für die Gäste in Ordnung. Fürth agierte vor dem gegnerischen Tor zwingender und hätte vor dem Halbzeitpfiff weitere Treffer erzielen können. Die Kiez-Kicker hingegen wirkten verunsichert und ideenlos, sichere Ballstaffetten waren eine absolute Seltenheit.

Druckvoll, aber ideenlos

Dennoch bot sich den Gastgebern ebenfalls die Chance zur Führung - wie durch den verweigerten Strafstoß nach einer Viertelstunde oder kurz vor dem Halbzeit-Pfiff durch Marc Rzatkowski.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck und verstärkten ihre Offensivbemühungen. Doch dabei fehlte es weiterhin an zündenden Ideen, zudem stand die Fürther Deckung meist solide. Nach einem sehenswerten Konter verpasste Robert Zulj die mögliche Vorentscheidung (60.).

Auch die Hamburger hatten noch die Chance auf den Ausgleich. Die beste vergab John Verhoek nach einer scharfen Hereingabe von Lasse Sobiech (63.). Der Stürmer schlug fünf Meter vor dem Tor aber nur ein Luftloch und verpasste den Ball.

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