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Taksin Aksoy von Fortuna Düsseldorf
Düsseldorfs neuer Hoffnungsträger: Taskin Aksoy spielte in der Jugend für Hertha BSC © imago

München - Fortuna Düsseldorf will nach der Entlassung von Trainer Oliver Reck einen Neuanfang. Bei SPORT1 spricht dessen Nachfolger Taskin Aksoy über seine Aufgabe.

Die Nachricht kam am Montag doch überraschend: Fortuna Düsseldorf entließ Cheftrainer Oliver Reck. Der Grund: die sportliche Talfahrt.

Der rheinische Traditionsverein steht aktuell nach 22 Spielen auf Platz sieben und dürfte mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun haben. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan) Fortunas Sportchef Helmut Schulte sprach zuletzt von einer "sehr, sehr traurigen Entwicklung."

Diese gipfelte in der Beurlaubung Recks. Der bisherige U23-Coach Taskin Aksoy leitet ab jetzt das Training bei den Rheinländern.

"Ich freue mich, dass der Vorstand mir das zutraut, für wie lange auch immer. Es kam für mich schon überraschend, weil Fortuna immer noch in einer komfortablen Ausgangsposition ist. Die letzten Spiele waren nicht so, wie man sich das vorgestellt hat, aber der Zeitpunkt war schon überraschend", sagte Aksoy im Gespräch mit SPORT1.

"Klares Zeichen an die Mannschaft"

"Wir möchten durch den personellen Wechsel auf der Trainerposition ein klares Zeichen an die Mannschaft setzen, dass die Saison für uns noch nicht abgehakt ist. Im Gegenteil, wir möchten mit einem neuen Trainer schnell in die Erfolgsspur zurückfinden", begründete Schulte bei SPORT1 die überraschende Trennung von Reck.

Gut, er sagte das, was man in so einer Situation eben sagt. Aksoy ist in der Branche noch ein unbeschriebenes Blatt, doch der 47-Jährige ist glücklich über das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

Er ist sich seiner Rolle als "Übergangslösung" bewusst. "Das ist klar vom Vorstand so kommuniziert. Aber man hat schon vieles erlebt im Fußball", meinte Aksoy. "Ich stelle mich darauf ein, dem Verein in der jetzigen Situation zu helfen. Sollte es längerfristig werden, dann wird man das sehen." Er arbeite "sehr gerne für den Verein und arbeite gerne als Trainer. Die Zeit wird es zeigen".

Aksoy: "Ich brenne"

Aksoy weiter: "Ich bin seit über zehn Jahren in dem Geschäft und brenne wie bei der U 23. Ich mache den Job sehr leidenschaftlich. Jetzt ist es eine größere Bühne, aber es nicht mehr oder weniger Arbeit, als ich vorher gemacht habe."

Er habe einiges im Kopf, so Aksoy, "aber ich habe noch keine Trainingseinheit abgehalten, jeder hat nun die Chance sich neu zu präsentieren. Das ist immer so bei einem Trainerwechsel."

Von Reck habe er sich am Telefon verabschiedet, berichtet Aksoy. "Ich habe mich für die tolle Zusammenarbeit bedankt. Er war natürlich enttäuscht, hat mir aber viel Glück gewünscht." 

Zuletzt nur Magerkost

Das Aus von Reck - die Fans des Vereins spaltet diese Entscheidung. Reck war beliebt beim Düsseldorfer Anhang. Dennoch war das, was Fortuna in den letzten Wochen zeigte, nur noch Magerkost.

Recks Bilanz zeigte einen deutlichen Abwärtstrend. Nach den beiden Heimniederlagen zuletzt gegen Erzgebirge Aue (2:3) und am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg (1:3) beträgt der Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz sechs Punkte.

Schulte kritisiert Heim-Auftritte

Der Verein sah sich nun zum Handeln gezwungen. Schulte versucht die Entscheidung mit der nötigen Überzeugung zu begründen.

Was bleibt ihm auch anderes übrig? "Das Abschneiden in dieser Saison - vor allem in der heimischen Arena - kann uns nicht zufriedenstellen."

Fortuna hat aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause nur einen Punkt holen können. Reck hatte zu Saisonbeginn den Cheftrainer-Posten von seinem erkrankten Vorgänger Lorenz-Günther Köstner übernommen.

SPORT1-Experte Peter Neururer äußerte sich kritisch und sagte über die aktuelle Entwicklung: "Vor einer Woche war Oliver Reck noch der richtige Mann und plötzlich nach diesem 1:3 gegen Nürnberg ist alles falsch? Da müssen normalerweise interne Dinge passiert sein. Reck hat im letzten Jahr doch sensationelle Arbeit geleistet", sagte der frühere Trainer des VfL Bochum. 

Aksoy seit 2012 bei Fortuna

Zuletzt war es aber nicht mehr ganz so sensationell. Jetzt soll Aksoy eine verkorkste Saison noch retten.

Erstmals leitete er das Fortuna-Training am Mittwoch. Sein Debüt auf der Bank des ehemaligen Europacup-Finalisten gibt der Ex-Zweitliga-Profi am Sonntag im Spiel beim 1. FC Heidenheim.

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