vergrößernverkleinern
Jens Todt folgte beim Karlsruher SC auf Oliver Kreuzer
Jens Todt folgte beim Karlsruher SC auf Oliver Kreuzer © SPORT1/imago/getty

Karlsruhe und München - Der Karlsruher SC kann durch einen Sieg über RB Leipzig (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) Platz zwei einnehmen. Sportchef Jens Todt spricht bei SPORT1 über Aufstiegspläne.

Es gibt Momente im Leben, da wächst zusammen, was zusammengehört. So ist das bei Jens Todt und dem Karlsruher SC. Es war von Anfang an eine gute Beziehung. Todt übernahm zur Saison 2013/14 bei den Badenern die Stelle des Sportdirektors. Gemeinsam mit Trainer Markus Kauczinski formte er ein Spitzenteam der Zweiten Liga.

Vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 sowie im LIVETICKER auf SPORT1.de und in der SPORT1 App sowie im Sportradio SPORT1.fm) belegt der KSC Platz vier. Bei einem Sieg gegen die Sachsen ginge es auf Rang zwei hoch.

Nur ein Sieg 2015

Todt ist natürlich glücklich über die aktuelle Situation. "Wir haben von den letzten 15 Spielen nur eines verloren. Von daher ist die Bilanz richtig gut", sagt der frühere Nationalspieler im Gespräch mit SPORT1.

Von den vier Spielen im Jahr 2015 konnten die Karlsruher allerdings nur eines gewinnen. "Klar ist, wenn man da oben nochmal richtig rein will, dass man dann auch mal wieder gewinnen muss und nicht mit einem Remis zufrieden sein kann", betont Todt.

Vor dem Duell mit den Roten Bullen spricht er von einer "besonderen Situation, weil das Hinspiel eines der wenigen Spiele war, wo wir überhaupt nicht überzeugt haben. Wir gehen mit dem Gefühl da rein etwas gutmachen zu können und freuen uns, dass wir in der Phase der Saison noch oben dabei sind."

Platz fünf im Vorjahr 

Schon in der vergangenen Saison schnupperte der KSC am Aufstieg, war am Ende Fünfter - als Aufsteiger.

Damals gingen die Verantwortlichen mit dem Wort Aufstieg noch betont vorsichtig um, dieses Jahr sieht das schon ganz anders aus.

Die Karlsruher sind selbstbewusst geworden. "Ich glaube daran, dass wir bis zum Schluss die Chance auf den Aufstieg haben werden und die wollen wir auch nutzen", sagt Todt und schiebt hinterher: "Natürlich wollen wir jetzt in die Bundesliga. Wir genießen das Gefühl, aufsteigen zu können."

Die Chancen stehen gut. Der FC Ingolstadt hat sich abgesetzt, dahinter gibt es einen Dreikampf mit Darmstadt 98, dem 1. FC Kaiserslautern und eben Karlsruhe. Der Aufstieg sei für Todt aber "kein Muss, sondern ein Kann."

Und das verschaffe "die nötige Lockerheit Spiele zu gewinnen." Man mache "nicht alle zwei Wochen eine Sitzung zum Thema Aufstieg, wir gehen da konservativ ran und wollen alles, was nötig ist, rausholen. Wenn es diese Saison nicht klappt, dann hoffentlich im nächsten Jahr."

Gutes Gespann mit Kauczinski

Eine Erfolgsformel ist sicherlich die gute Zusammenarbeit mit Trainer Kauczinski. "Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander", sagt Todt. „Jeder im Umfeld spürt, dass sich die sportliche Leitung nicht auseinander dividieren lässt und gegeneinander ausgespielt werden kann. Wir sprechen eine Sprache und es ist viel Vertrauen da."

Er sieht sich dabei als "pragmatischen Überzeugungstäter", sagt Todt: "Ich sehe, welche Mittel ich habe und daraus ergibt sich mein Handeln. Wir können uns gut einschätzen und müssen uns auf vier Töpfe beschränken."

Er schaut sich beim eigenen Nachwuchs und deutschsprachigen Top-Nachwuchs um, wirbt um Zweit- und Drittligaligaspieler, die noch nicht so im Fokus stehen und sondiert Exoten-Märkte wie Japan. Von dort holte der KSC Hiroki Yamada. Die Strategie für Todt ist klar. "Es hat auch ganz viel mit Herz zu tun. Die DNA des KSC ist aus geringen Mitteln etwas Gutes zu machen."  

Team steht zu 80 Prozent

Viel machen muss der Sportchef gar nicht mehr im Hinblick auf die nächste Saison. "Unsere Mannschaft steht zu 80 Prozent. Das gilt für beide Ligen. Wir vertrauen unseren Jungs, glauben an weitere Entwicklungssprünge. Da geht noch mehr."

Doch die kommenden Gegner haben es in sich. Nach Leipzig warten Ingolstadt und Kaiserslautern. 

"Nach den drei Spielen sind wir etwas schlauer", sagt Todt. "Das war unsere Delle in der Hinrunde, wo wir null Punkte geholt hatten. Die Bilanz wollen wir definitiv aufbessern."
Mit einem Sieg könnten die Karlsruher ihren Plan mit dem Aufstieg noch etwas konkreter verfolgen. Auch Todts Karriereplanung soll schließlich nicht stehen bleiben. "Ich habe Riesen-Lust in der Bundesliga zu arbeiten", sagt er: "Am liebsten mit dem KSC, und dafür tun wir alles."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel