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RB Leipzig Fortuna Düsseldorf 1. FC Kaiserslautern
RB Leipzig marschierte in den vergangenen beiden Jahren von der Regionalliga in die Zweite Liga durch © Getty Images

Die 36 Profivereine wollen den Anfeindungen gegen RB Leipzig gemeinsam begegnen. Das Wort "Solidarität" ist für zwei Liga-Konkurrenten allerdings zu viel des Guten.

Die 36 Profiklubs wollen den Anfeindungen gegen den umstrittenen Zweitligisten RB Leipzig zwar gemeinsam begegnen, von Solidarität will aber nicht jeder Klub etwas wissen.

Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Kaiserslautern weisen mit Nachdruck darauf hin, dass sie den Beschluss auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche, nicht als Solidarisierung mit den Sachsen verstanden wissen wollen. Bei den Fans regt sich unterdessen weiter heftiger Widerstand gegen RB.

Nach Protesten aus der eigenen Anhängerschaft stellte Zweitligist Düsseldorf klar: "Es ist richtig, dass sich alle Vereinsvertreter klar gegen Beleidigungen jeglicher Art sowie Androhung und Anwendung von Gewalt ausgesprochen haben. Die Fortuna ist schon in der Vergangenheit gegen ein solches Fehlverhalten konsequent vorgegangen und wird dies auch in Zukunft tun. Nicht richtig ist jedoch, dass die Fortuna sich explizit mit einem anderen Verein solidarisiert hat."

Die Düsseldorfer Ultras hatten sich schon zuvor mit dem Verein auf folgendes Verhältnis zu den Sachsen geeinigt: Offizielle Kontakte sollen auf das sportlich und organisatorisch Pflichtgemäße beschränkt und jegliche Anerkennung versagt werden.

Auch Kaiserslautern hat in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass eine Solidarisierung mit einzelnen Vereinen zu keinem Zeitpunkt Thema der Versammlung gewesen sei.

Stefan Kuntz hört beim 1. FC Kaiserslautern als Vorstandsvorsitzender auf
Stefan Kuntz ist seit 2008 Vorstandschef des 1. FC Kaiserslautern © Getty Images

"Alle in Frankfurt Anwesenden stimmten überein, dass Beleidigungen unterhalb der Gürtellinie sowie die Androhung und Anwendung von Gewalt, sei es gegen Personen oder gegen Gegenstände, im Fußball wie auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft, nichts zu suchen haben. Über eine explizite Solidarität mit einzelnen Vereinen wurde jedoch nicht gesprochen. Es macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn, hier einzelnen Vereinen, wie beispielsweise Leipzig, eine Sonderrolle zuzusprechen", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz.

Ultras des 1. FC Nürnberg haben derweil dazu aufgerufen, alle Verhandlungen mit Leipzig abzulehnen. Beim Spiel am Ostersonntag in Leipzig will die Nordkurve Nürnberg geschlossen auftreten, daher sollen alle Club-Fans in roten Shirt oder Trikots erscheinen.

Die Profiklubs hatten auf ihrer Versammlung zwar Absichten bekundet, konkrete Maßnahmen aber nicht beschlossen.

"Jedes einzelne Mitglied des Ligaverbands muss sich ohne Wenn und Aber davon distanzieren. Es kann nicht hingenommen werden, wenn einem Mitglied des Ligaverbands das Existenzrecht abgesprochen wird", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball: "Das Prinzip der Solidarität muss greifen."

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