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Leipziger Fans erhielten einen anonymen Brief
Leipziger Fans erhielten einen anonymen Brief © Imago

Der Widerstand gegen RB Leipzig nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an.

Nach der Absage eines Jugendcamps wegen Drohungen im Internet sorgte im Vorfeld des Auswärtsspiels am Montag beim Karlsruher SC (ab 19.45 LIVE im TV auf SPORT1 und im Sportradio SPORT1.fm) ein anonymer Brief für Aufregung.

Die Karlsruher Polizei bestätigte, deswegen Ermittlungen aufgenommen zu haben.

Sie ging am Montagmittag aber von keinem erhöhten Gefährdungspotenzial für das Ligaspiel aus. Etwa 150 Gäste-Fans wurden erwartet.

Warnung vor Reise nach Karlsruhe

In dem Brief, der nach Polizeiangaben an RB, an Fan-Organisationen und an eine Leipziger Zeitung verschickt wurde, werden die "Fußballfreunde aus Leipzig" vor einer Reise nach Karlsruhe gewarnt. "Aus sicherer Quelle haben wir erfahren, dass die aktiven Fans des Karlsruher Sport-Clubs diverse Aktionen gegen die "Fans" und das Konstrukt RB Leipzig planen", heißt es in dem Schreiben, das SPORT1 vorliegt.

Unterschrieben ist der Brief mit "besorgte Fußballfans aus Karlsruhe". Die Verfasser nennen die RB-Anhänger jedoch "reine Werbeträger des Marketingkonstrukts" und fragen provokativ: "Ist es wert, seine Seele zu verkaufen, nur um attraktiven Fußball zu sehen?"

Die Leipziger Polizei sieht in dem Brief nicht den Tatbestand der Bedrohung gegeben.

Die Polizei Karlsruhe versucht dennoch, die Verfasser ausfindig zu machen.

"Wir haben Möglichkeiten, zum Beispiel über szenekundige Beamten, die Sache abzuklopfen", sagte Polizeisprecherin Sabine Doll.

Aufregung nach Campabsage

Erst vor wenigen Tagen hatte die Absage eines RB-Trainingscamps für Jugendliche in Halle/Saale für Aufsehen gesorgt.

Nachdem auf sozialen Netzwerken unter anderem dazu aufgerufen wurde, das Sportgelände zu zerstören, hatten der Zweitligist und der ortsansässige Verein SG Motor Halle die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt.

DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit kritisierte die Drohungen als "extremen Auswuchs".

Andreas Silbersack, Chef des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, bezeichnete die Absage als "Kapitulation vor Chaoten".

Bashing sorgt für Unverständnis

Das unter Fußballfans beliebte "RB-Bashing" kann Milkoreit nicht nachvollziehen. "RB Leipzig ist für die Region, ja für den ganzen Osten ein Projekt, das man nur gutheißen kann", sagte der Chef des Nordostdeutschen Fußballverbandes und verwies auf die zahlreichen sozialen Projekte des oft als Plastikklub beschimpften Vereins.

In der Stadt Leipzig ist das Projekt RB nach anfänglichen Problemen inzwischen angekommen. Beim Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesliga-Zweiten VfL Wolfsburg (0:2) war die Leipziger WM-Arena mit 43.348 Zuschauern erstmals ausverkauft. Die Sympathien hören aber oft an der Stadtgrenze auf - und schlagen mitunter auch in Feindseligkeit um.

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