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Fans des Karlsruher SC protestieren gegen RB Leipzig
Fans des Karlsruher SC protestieren gegen RB Leipzig © Getty Images

Rund um die Partie zwischen dem Karlsruher SC und RB Leipzig kommt es zu unschönen Vorfällen. Es fliegen auch Farbbeutel. SPORT1 fasst die Geschehnisse zusammen.

Es war einer der dunkleren Tage in der Historie der Zweiten Liga.

RB Leipzig erlebte beim Gastspiel in Karlsruhe (0:0) Momente des Hasses, der Provokation und der Angst. Ein Warnbrief, Farbbomben und eine Busblockade waren nur drei der unschönen Vorfälle des Tages.

SPORT1 fasst die Geschehnisse zusammen.

Schon am Montagvormittag wird bekannt, dass RB, Leipziger Fanorganisationen und eine Leipziger Zeitung einen Brief erhalten haben, in dem die "Fußballfreunde aus Leipzig" vor einer Reise nach Karlsruhe gewarnt werden. "Aus sicherer Quelle haben wir erfahren, dass die aktiven Fans des Karlsruher Sport-Clubs diverse Aktionen gegen die 'Fans' und das Konstrukt RB Leipzig planen", heißt es in dem anonymen Schreiben, das SPORT1 vorliegt.

Unterschrieben ist der Brief mit "besorgte Fußballfans aus Karlsruhe". Die Verfasser nennen die RB-Anhänger jedoch "reine Werbeträger des Marketingkonstrukts" und fragen provokativ: "Ist es wert, seine Seele zu verkaufen, nur um attraktiven Fußball zu sehen?"

"Wahnsinnige" stürmen Hotel

Im Mannschaftshotel im pfälzischen Herxheim angekommen, wartet die nächste Provokation auf die Leipziger.

Wie RB-Sportdirektor Ralf Rangnick vor dem Anpfiff des Spiels am Montagabend bei SPORT1 berichtet, hätten etwa 20 "völlig Wahnsinnige" das Hotel gestürmt und vorübergehend den Speisesaal besetzt. "Gott sei Dank waren die Spieler zu dieser Zeit auf den Zimmern", sagt Rangnick: "Der Hotelier hat die Polizei gerufen. Unter Absingen übelster Lieder und Stinkefingerzeigen haben sie dann das Hotel wieder verlassen."

Die zuständige Polizeiinspektion Landau relativiert die Vorkommnisse später. Die Personen seien von Hotelangestellten bereits am Haupteingang zurückgewiesen worden. Es wird ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Beleidigung eingeleitet.

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther verurteilt bei SPORT1 die Zwischenfälle: "Das ist natürlich vollkommen deplatziert. Wir distanzieren uns davon und können uns nur entschuldigen, wenn es da Probleme gegeben hat."

Trikottausch als Aufreger

Weitere Probleme während des Spiels bleiben aus, Karlsruhe und Leipzig trennen sich  0:0.

Doch nach dem Abpfiff folgt der nächste Aufreger: Die Spieler Philipp Max (KSC) und Diego Demme (RB) tauschen die Trikots. Die Anhänger im Karlsruher Fanblock fordern daraufhin, diesen Tausch rückgängig zu machen. KSC-Präsident Ingo Wellenreuther entgegnet nach eigener Aussage: "Dies werden wir mitnichten tun."

Dennoch geht anschließend offenbar ein Sicherheitsbeauftragter des KSC auf eigene Faust in die Gästekabine, um Max' Trikot zurückzufordern.

Die Leipziger stimmen der Bitte um Rücktausch zu, der Sicherheitsbeauftragte geht nach Angaben der Gäste daraufhin mit dem Trikot zu den Fans, um diese zu beruhigen. Der Karlsruher SC hat den Vorfall auf Anfrage inzwischen bestätigt. Offenbar bedauert der Klub die Aktion, ein Sprecher erklärt, eine ähnliche Aktion solle es in Zukunft nicht mehr geben.

Farbbomben bei Abfahrt

Der vorläufige Schlusspunkt folgt schließlich bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses und der Verantwortlichen aus dem Karlsruher Wildparkstadion. Wie die Karlsruher Polizei auf SPORT1-Nachfrage bestätigt, versammeln sich gegen 22.45 Uhr rund 50 Personen der Ultraszene an der Ausfahrt des Stadions.

Zwischenzeitlich sei die Gruppierung gar auf bis zu 200 Personen angewachsen. Die RB-Verantwortlichen um Oliver Mintzlaff seien an der Ausfahrt gehindert worden, "zur Verhinderung der Störungen mussten Einsatzkräfte herangezogen werden."

Ein Augenzeuge berichtet bei SPORT1, dass vor allem Mintzlaffs Auto, das als Erstes die Ausfahrt passieren will, mit Farbbomben beworfen, bespuckt und getreten worden sei. Wie die Polizei bestätigt, wird anschließend der Leipziger Mannschaftsbus von Beamten bis zur Abzweigung auf die Straße begleitet. Von einzelnen Personen, die beleidigende Äußerungen von sich geben, werden die Personalien aufgenommen.

Strafrechtliche Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts einer Nötigung werden eingeleitet.

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