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Ralf Rangnick von RB Leipzig und RB Salzburg nachdenklich
Ralf Rangnick berichtete bei SPORT1 von den Zwischenfällen beim Teamhotel © Getty Images

Karlsruhe - Leipzig wird vor dem Spiel in Karlsruhe von Chaoten gestört. Ralf Rangnick spricht bei SPORT1 von einem Hotelsturm, die Polizei nicht. Der KSC-Präsident distanziert sich.

Etwa 20 Krawallmacher haben zwei Stunden vor Anpfiff des Zweitligaspiels in Karlsruhe zwischen dem KSC und RB Leipzig das Teamhotel der Gäste belagert.

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick berichtete im Interview mit SPORT1, die "völlig Wahnsinnigen" hätten das Hotel in Herxheim gestürmt und
vorübergehend den Speisesaal besetzt.

Die zuständige Polizeiinspektion Landau relativierte dies jedoch. Die Personen konnten laut Polizeiangaben von den Hotelangestellten am Haupteingang zurückgewiesen werden. Es wird gegen Unbekannt ermittelt.

Übelste Lieder und Stinkefinger

"Gott sei dank waren die Spieler zu dieser Zeit auf den Zimmern", sagte Rangnick: "Der Hotelier hat die Polizei gerufen. Unter Absingen übelster Lieder und Stinkefingerzeigen haben sie dann das Hotel wieder verlassen."

Auch die Anreise der Konzernklubs wurde durch Blockieren der Zufahrtswege erschwert. Auch nach dem Spiel stellten sich mehrere Menschen dem Mannschaftsbus der Gäste in den Weg, einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge flogen auch mit Farbe gefüllte Ballons auf Rangnicks Auto.

Im Vorfeld hatte bereits ein anonymer Brief mit einer Reisewarnung für das Spiel für Aufregung gesorgt, der an RB, Fan-Organisationen und Leipziger Medien verschickt wurde.

Vor wenigen Tagen hatte RB bereits wegen Drohungen im Internet ein geplanten Fußball-Jugendcamp in Halle/Saale absagen müssen.

Wellenreuther distanziert sich

Rangnick forderte den gesamten Fußball zum Handeln auf: "Momentan habe ich das Gefühl, dass es manchen nur darum geht, irgendein Feindbild zu haben. Das geht nicht nur uns so, wie die Vorfälle in Stuttgart und mit Marcel Reif zeigen. Es ist ein Zeitpunkt gekommen, an dem wir alle Miteinander über entsprechende Maßnahmen nachdenken müssen."

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther verurteilte bei SPORT1 die Zwischenfälle: "Das ist natürlich vollkommen deplatziert. Wir distanzieren uns davon und können uns nur entschuldigen, wenn es da Probleme gegeben hat", sagte er: "Wir werden die Sache natürlich aufklären, aber wollen erst mal den Sachbericht der Polizei abwarten."

"Niveaulos und inakzeptabel"

"Auch von den Drohbriefen haben wir gelesen, allerdings haben wir keine davon gesehen", erklärte Wellenreuther, der seit 2010 Präsident des KSC ist: "Wir verurteilen jede Aktion, die in diese Richtung geht, das ist niveaulos und inakzeptabel."

Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Angriffe auf die Leipziger gegeben. Erst Anfang Februar beleidigten Anhänger von Erzgebirge Aue Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und den Verein mit einem geschmacklosen Plakat. In der vergangenen Drittligasaison bewarfen Fans des Halleschen FC den Leipziger Mannschaftsbus mit Steinen und Feuerwerkskörpern.

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