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München - Mit der Verpflichtung von Sturmjuwel Davie Selke sorgt RB Leipzig für Aufsehen. Ralf Rangnick demonstriert nach einigen Rückschlägen wieder Stärke.

Im Sommer lockte Benfica Lissabon Davie Selke mit der Aussicht auf Champions League. Doch der U-19-Europameister widerstand der Versuchung und verlängerte stattdessen bei Werder Bremen bis 2018.

Nun wurde er bei einem Zweitligisten schwach. Viele Werder-Fans glaubten zunächst an einen Aprilscherz, als Gerüchte über Selkes bevorstehenden Wechsel zu RB Leipzig die Runde machten.

Doch gegen Mittag bestätigten Bremens Sportdirektor Thomas Eichin und sein Leipziger Kollege Ralf Rangnick den Transfer. Selke wird bei den Sachsen einen Fünfjahresvertrag unterschreiben. Werder soll für den Angreifer acht Millionen Euro erhalten.

"RB Leipzig hat Davie Selke sicherlich mit einem guten finanziellen, aber auch mit einem guten sportlichen Konzept gelockt", sagte Eichin zu SPORT1: "Deshalb kann ich auch verstehen, dass Davie diesem Lockruf gefolgt ist."

Ablöse für Schuldenabbau

Diese Summe nahm Eichin nicht in den Mund. Er gab jedoch offen zu: "Für uns sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr attraktiv." Heißt übersetzt: Bremen kann die Ablöse sehr gut gebrauchen.

Für Selke gab es mit Sicherheit auch Interessenten aus der Bundesliga und dem Ausland. Schließlich gehört er zu einer vom Aussterben bedrohten Art.

"Davie Selke ist einer der wenigen Spieler, der noch den klassischen Mittelstürmertypus verkörpert - groß, schnell, dynamisch, torgefährlich", schwärmte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick.

Spieler aus Österreich und Skandinavien

Für den 20-Jährigen änderte RB auch seine Transferstrategie. In der Vergangenheit holten die Leipziger Talente aus Österreich (Terrence Boyd, Omer Damari), Skandinavien (Emil Forsberg, Yussuf Poulsen) oder der Zweiten Liga (Lukas Klostermann, Anthony Jung).

Ein Stammspieler aus der Bundesliga - das ist neu. Selkes Verpflichtung zeigt, dass die Leipziger nun mit aller Macht nach oben wollen.

Das Brause-Imperium will wieder Macht demonstrieren. Das dürfte auch an einigen Niederlagen der jüngsten Vergangenheit liegen. In der Zweiten Liga verabschiedete sich das Team mit dem höchsten Etat frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen.

Wunschtrainer Thomas Tuchel hat offenbar wenig Lust auf die Spielklasse und soll zu einer Unterschrift beim Hamburger SV tendieren.

Kimmich bevorzugt die Bayern

Auch im Kampf um Spieler lief es zuletzt nicht rund: Leihgabe Joshua Kimmich konnte der Klub nicht halten, weil Bayern München ihm ein Angebot unterbreitete.

Auch die Topleute von Kooperationspartner Red Bull Salzburg hätte Rangnick gerne nach Sachsen geholt: Doch Sadio Mane ging lieber zum FC Southampton, Kevin Kampl zu Borussia Dortmund und Andre Ramalho spielt künftig bei Bayer Leverkusen.

Fünf, sechs Zugänge noch geplant

Mit Selkes Verpflichtung hat der Zweitligist nun wieder ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Millionentransfer soll aber nur ein Anfang sein. Leipzig will zur kommenden Saison noch fünf, sechs weitere Spieler verpflichten.

Schließlich hat Rangnick Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz bis zu dessen 80. Geburtstag im Jahr 2024 die Meisterschale versprochen. Selke soll den Weg dorthin ebnen - mit Toren im kommenden Aufstiegskampf.        

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