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Greuther Fuerth v FC Ingolstadt  - 2. Bundesliga
Fans des FC Ingolstadt mussten bei Union Berlin eine Flagge Israels auf Bitte der Polizei hin abnehmen © Getty Images

Ingolstadts Fans müssen vor dem Spiel bei Union auf Drängen eines Sicherheitsbeamten eine Flagge Israels abnehmen. Der Polizeipräsident gesteht Fehler ein und entschuldigt sich.

Das Abhängen einer israelische Flagge vor dem Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Ingolstadt hat für einen Eklat gesorgt. Anhänger des FCI mussten auf Bitten der Polizei vor dem Anpfiff die Fahne Israels abnehmen, die Aktion könnte ein Nachspiel haben.

Ingolstadts israelischer Spieler Almog Cohen, der das Geschehen von der Bank aus bemerkte, berichtete bei Bild: "Ich sehe, wie unsere Fans die israelische Fahne herunternehmen. Sie sagen mir, dass sie das auf Anweisung eines Ordners getan haben. Mir hat der Order dann gesagt, dass keine politischen Symbole erlaubt sind. Da habe ich ihn gefragt, ob auch Fahnen anderer Länder verboten sind. Da sagte er mir: 'No, only Jewish flag.' Das hat mich schockiert."

Hintergrund der Bitte der Polizei war offenbar, dass wegen der großen palästinensischen Gemeinde in Berlin keine politischen Aussagen im Stadion erwünscht seien. 

Berlins stellvertretender Polizeichef Thomas Neuendorf erklärte, dass der Polizeiführer ein Gespräch mit dem Fan-Beauftragten von Ingolstadt geführt habe. "Danach wurde die Flagge dann vom Zaun abgehängt", berichtete Neuendorf und fügte an: "Das Einsammeln der Israel-Flagge war eine Entscheidung des Polizeiführers."

Dieses Vorgehen könnte nun noch eine Untersuchung nach sich ziehen, wie Berlins Innensenator Frank Henkel erklärte. "Ich unterstelle keine böse Absicht", sagte er, bezeichnete das Vorgehen dennoch als "falsche Entscheidung".

"Es ist Aufgabe der Polizei, die Meinungsfreiheit zu schützen. Die Aufforderung zum Einrollen der Flagge war eine Fehlentscheidung, für die ich bei den Betroffenen um Entschuldigung bitte", hieß es in einer Mitteilung der Polizei Berlin am Montag.

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