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Romain Bregerie (r.) kam im Sommer 2014 aus Dresden nach Darmstadt.
Aus dem Zweikampf wird ein Fernduell: KSC-Stürmer Rouwen Hennings (l.) und Romain Bregerie vom SV Darmstadt © Getty Images

Darmstadt? Karlsruhe? Oder Kaiserslautern? Der Kampf um Platz zwei und den Relegationsplatz wird am letzten Spieltag entschieden. Darmstadt verspürt keinen Druck, der KSC setzt auf seinen Stürmer.

Showdown im Südwesten: Im "Finale furioso" der Zweiten Liga kämpfen Darmstadt 98, der Karlsruher SC und der 1. FC Kaiserslautern noch um die zwei begehrten Plätze hinter Meister FC Ingolstadt. Vor dem letzten Spieltag hat das Trio daher nur ein Ziel: Ab in die Bundesliga!

"Jetzt kann alles passieren", sagte KSC-Trainer Markus Kauczinski, "ich habe immer gewusst, dass es bis zum letzten Spieltag gehen wird."

"Saison wird verrückt enden"

Mit seiner Mannschaft hat Kauczinski gute Aussichten. Als Dritter ist der KSC nur einen Punkt von Darmstadt und der direkten Bundesliga-Rückkehr entfernt. Dahinter aber lauern die punktgleichen Lauterer, deren Trainer Kosta Runjaic voller Zuversicht versprach: "Die Saison hat verrückt für uns begonnen und ich bin auch sicher, dass sie verrückt enden wird."

Ganz objektiv betrachtet haben überraschenderweise aber weder der KSC noch die ambitionierten Lauterer die besten Chancen, sondern der Aufsteiger aus Darmstadt. "Wir haben keinen Druck. Das ist eine absolut schöne Ausgangssituation für uns", sagte Defensivspezialist Hanno Behrens, der auch nochmals verdeutlichte: "Wir sind Darmstadt 98, wir können nur gewinnen."

Rückkehr nach 33 Jahren?

Sollte dies der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster auch am letzten Spieltag gegen den abstiegsbedrohten, aber formstarken FC St. Pauli gelingen, wären die Hessen nach 33 Jahren wieder erstklassig. "Wir hoffen auf einen goldenen Sonntag", sagte Marco Sailer nach dem 0:1 am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth, während Behrens versprach: "Wir werden voll fokussiert sein und mit Feuer in das Spiel gehen."

Auf das von Schuster erwähnte "gute Ende" hoffen auch die Karlsruher, die nach dem beeindruckenden 2:0-Sieg bei Eintracht Braunschweig wie Darmstadt zumindest bezüglich der Relegation ihres eigenen Glückes Schmied sind.

"Genau das haben wir gewollt", sagte Kauczinski, dessen Team zum Schlussakkord gegen 1860 München antritt und nach fünf Jahren Abstinenz wieder in die Bundesliga drängt. "Wir wollen jetzt nichts mehr hergeben", sagte Kapitän Dirk Orlishausen selbstbewusst.

Hoffnungen liegen auf Hennings

Selbstbewusst? Ein Grund dafür ist auch KSC-Stürmer Rouwen Hennings. Der Angreifer führt mit 17 Treffern die Torjägerliste an und ist damit die personifizierte Aufstiegshoffnung der Badener. "Was er momentan zeigt, ist phänomenal", lobte Sportdirektor Jens Todt.

Hennings gab ebenfalls zu, dass "derzeit einfach alles läuft" und er im Falle einer Relegation sehr gerne seine Urlaubspläne ändern würde: "Ich bin da flexibel."

Lautern schickt Stoßgebete

Einen Goalgetter wie Hennings könnten sie in Kaiserslautern, zuletzt 2012 in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten, gegen Ingolstadt gut gebrauchen. Nach zwei Partien ohne eigenen Treffer, unter anderem dem torlosen Remis am Sonntag bei Erzgebirge Aue, rutschten die Pfälzer aus den begehrten Rängen - nur Punktverluste der direkten Konkurrenz können das "Wunder vom Betze" damit noch ermöglichen.

"Wenigstens haben wir jetzt so etwas wie ein Endspiel", sagte Mittelfeldspieler Markus Karl mit einer gehörigen Portion Zweckoptimismus. Teamkollege Tim Heubach stellte klar, "dass wir unbedingt gewinnen müssen", und ergänzte hoffnungsvoll: "Dann werden wir Stoßgebete gen Himmel schicken."

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