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Der FC Ingolstadt feiert den Aufstieg
Der FC Ingolstadt ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen © Imago

Ingolstadt - Der FC Ingolstadt macht gegen Leipzig den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt. Der FCI hat auch gegen RB mit Nervosität zu kämpfen, dreht dann aber die Partie.

Ralph Hasenhüttl konnte sich nicht mehr zurückhalten. Die Partie war noch nicht abgepfiffen, da stürmten Trainer, Ersatzspieler und Mannschaftsstab des FC Ingolstadt bereits den Platz. Kurz mussten sie noch zurückziehen. Doch als Schiedsrichter Michael Weiner nur wenige Sekunden tatsächlich abgepfiffen hatte, sprintete Hasenhüttl los und umarmte jeden seiner Schützlinge, ehe er sich eine Bierdusche nach der anderen abholte. Um 17.21 Uhr starteten die Helden des FC Ingolstadt in eine historische Partynacht.

"Das klingt geil, aber noch unrealistisch. Wir brauchen noch ein paar Stunden, bis wir das realisieren", sagte Torhüter Ramazan Özcan SPORT1, als der FCI es tatsächlich in die Bundesliga geschafft hatte.

Aufstieg "nach drei bitteren Jahren"

Und das auf den Tag genau fünf Jahre nach seinem Zweitliga-Aufstieg! Özcan tat sich sogleich als Party-Beauftragter hervor: "Wir feiern den Tag, wir feiern mit unseren Fans. Nach den bitteren drei Jahren zuvor haben wir es jetzt in die Eliteliga geschafft. Wir sind unheimlich stolz."

Die Schanzer holten mit den 2:1 (1:1) gegen RB Leipzig die nötigen Punkte. "Ich glaube nicht, dass es uns viele zugetraut hätten. Wir waren bei keinem auf dem Zettel als Aufstiegsfavorit. Das hat uns aber geholfen, uns in Ruhe darauf vorzubereiten", bilanzierte Hasenhüttl auf der Pressekonferenz.

Weiter kam er nicht, dann stürmten seine Spieler den Raum und übergossen ihn mit allen Getränken, die sie zu greifen bekamen. Im Gespräch mit SPORT1 blickte Hasenhüttl auf 90 Minuten, die ihn Nerven gekostet hatten: "Wenn man sich wünschen könnte, wie es passiert, dann auf diese Weise, mit gedrehtem Rückstand. Wir sind die beste Truppe in der Liga, das muss man so sagen."

"Explosion der Gefühle"

Der verletzte Kapitän Marvin Matip dachte schon an die Bundesliga. "Ich freue mich auf die Stadien, auf die neue Aufmerksamkeit, die wir uns erarbeitet haben. Auf Gegner, die die besten der Welt sind, mit denen man sich messen kann", sagte er SPORT1. Und? "Auf das Duell gegen meinen kleinen Bruder."

Mit 63 Zählern sind die Schanzer nicht mehr von einem der beiden ersten Plätze zu verdrängen und zudem vorzeitig Zweitliga-Meister.

54. Bundesligist

Der FC Ingolstadt, erst vor elf Jahren durch eine Fusion entstanden, mit seinem kleinen Stadion für 15.200 Zuschauer, aber dem großen Geld des Audi-Konzerns im Rücken, er ist der 54. Klub in der Bundesliga-Geschichte.

"Wir sind alle unsagbar stolz. Ich hätte nie geglaubt, dass das passieren könnte", sagte Aufstiegstrainer Hasenhüttl. "Ein Traum geht in Erfüllung", sagte Mittelfeldspieler Pascal Groß bewegt, "das ist mein Lebenstraum." Neben ihm sangen die Fans: "Oh, wie ist das schön."

Wenig später, keine 20 Minuten nach dem Abpfiff des entscheidenden 2:1 (1:1) der Schanzer gegen RB Leipzig, bekam Matip von DFL-Chef Christian Seifert zu den Klängen von Queens "We are the Champions" die Meisterschale überreicht. "Es ist sensationell", sagte Sportdirektor Thomas Linke, einst selbst Weltpokalsieger mit dem FC Bayern.

Früher Rückstand für die Schanzer

Bevor der größte Erfolg der Vereins-Geschichte feststand, wurde der Tabellenführer erst einmal kalt erwischt. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Dominik Kaiser (4.) nutzte eine defensive Unachtsamkeit zur Führung für die Sachsen.

"Ich war gar nicht traurig darüber, weil ich das als Moment empfunden habe, bei dem man nichts mehr zu verlieren hat", meinte Hasenhüttl. "Das hilft ja manchmal, um ins Spiel zu kommen."

Ingolstadt brauchte eine Weile, um den Rückstand zu verarbeiten, schaffte aber durch einen von Mathew Leckie (45.+1) verwandelten Foulelfmeter den wertvollen Ausgleich. Stefan Lex (76.) machte den Sieg perfekt.

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