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Marc Heider (r., im Duell mit Christopher Schindler) hatte eine der besten Möglichkeiten zur Führung für Holstein Kiel
Marc Heider (r., im Duell mit Christopher Schindler) hatte eine der besten Möglichkeiten zur Führung für Holstein Kiel © getty images

Kiel - Nach einem niveauarmen Relegations-Hinspiel kann 1860 München weiter auf den Verbleib in der Zweiten Liga hoffen. Kiel vergibt eine bessere Ausgangsposition.

1860 München winkt am Ende einer Horror-Saison doch noch das Happy End:

Der Traditionsklub hat sich durch ein 0:0 im erschreckend schwachen Relegations-Hinspiel beim Drittliga-Dritten Holstein Kiel eine ordentliche Ausgangsposition für den Klassenerhalt in der Zweiten Liga erarbeitet.

Obwohl sie ein wichtiges Auswärtstor verpassten, haben die Münchner vor dem Rückspiel am Dienstag im eigenen Stadion die scheinbar besseren Karten.

Historie spricht für Kiel

Kiel muss sich dagegen insbesondere in der Offensive deutlich steigern, um sich den Traum von der Rückkehr in die Zweitklassigkeit nach 34 Jahren zu erfüllen. In den bisherigen sechs Relegationsduellen zwischen 2. und 3. Liga hatte sich fünf Mal der Drittligist durchgesetzt.

"0:0 finde ich nicht so schlecht. Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Wir haben es kontrolliert gemacht und gerade in der zweiten Halbzeit wenig zugelassen", sagte Kiels Coach Karsten Neitzel im NDR.

Sein Gegenüber Torsten Fröhling sprach von einem "gefährlichen Ergebnis" und einem "absoluten Kampfspiel. Ich bin zufrieden, wie sich meine Jungs eingesetzt haben. Am Fußballerischen müssen wir arbeiten."

Vor dem Anpfiff der Partie an seiner alten Wirkungsstätte hatte Fröhling noch gefordert, "es darf keine Alibis geben". Seinem Team aber war die Verunsicherung der vergangenen Tage anzumerken. Kaum ein Zuspiel kam in der Spitze an, auch Torjäger Rubin Okotie blieb ohne nennenswerte Offensivaktion. Der auffällige Valdet Rama hatte mit einem Distanzschuss nach einer Einzelleistung noch die beste Chance in der ersten Halbzeit (10.).

1860 München zu harmlos

Bis auf wenige Ausnahmen hatte die beste Defensive der 3. Liga (30 Gegentore) die Angriffsbemühungen der Löwen vollkommen im Griff. Kiel entwickelte vor 9812 Zuschauern erst gegen Ende der ersten Halbzeit etwas Gefahr nach vorne, einem Kopfballtreffer von Rafael Kazior (28.) verweigerte Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) wegen eines Foulspiels die Anerkennung.

Danach traf Marc Heider aus aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig (34.), und Kiels Kapitän Kazior köpfte knapp am Tor vorbei (45.).

Fröhling hatte Stürmer Rodri, der im Training am Montag Ersatztorhüter Stefan Ortega geohrfeigt hatte, gar nicht erst berücksichtigt. Auch das Münchner Kurztrainingslager vor dem Auftritt in Kiel, bei dem unter anderem Boxtrainer-Legende Uli Wegner am Donnerstagabend zu Besuch war, zeigte wenig Wirkung.

Im Gegenteil: In der zweiten Halbzeit erspielte sich Kiel ein Übergewicht, blieb aber oft zu ungenau. München wirkte dagegen verunsichert und spielte seine wenigen Konterchancen nicht konsequent aus.

Bei den Kielern überzeugten Hauke Wahl und Maik Kegel, aufseiten der Münchner waren Rama und Christopher Schindler die auffälligsten Akteure.

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