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1860 Muenchen v Holstein Kiel - 2. Bundesliga Playoff Second Leg
Torsten Fröhling übernahm den Trainer-Job Mitte Februar. Nun ist seine Zukunft bei 1860 München stark gefährdet © Getty Images

Sportchef Gerhard Poschner sagt bei SPORT1, dass Trainer Torsten Fröhling in der Führungsetage von 1860 München keinen Rückhalt mehr habe. Magath reagiert reserviert.

Am kommenden Montag ist Trainingsstart beim TSV 1860 München. Dieser 22. Juni 2015 sollte vor allem eines sein: ein Neuanfang. Gestärkt, mit neuer Energie und neuen Spielern wollte der Verein die Vorbereitung für die kommende Saison angehen, die letzte schlimme Saison vergessen.

Soweit das Wunschdenken. Die Realität? Ernüchternd. Ach was: das blanke Chaos!

Präsidium gegen Fröhling

Die "Löwen" haben es nun geschafft - nachdem sie noch nicht einen einzigen neuen Spieler verpflichten konnten - auch auf der Position für Turbulenzen zu sorgen, auf der doch schon Klarheit herrschte. Torsten Fröhling, der Retter auf der Trainerbank, steht kurz vor dem Aus.

Sportchef Gerhard Poschner hatte schon mehrfach eine Vertragsverlängerung für Fröhling zugesichert. Doch wie SPORT1 nun erfuhr, hat sich das komplette Präsidium plötzlich dagegen ausgesprochen.

"Entweder alle ziehen an einem Strang wie besprochen oder es wird sehr schwer werden", sagte Poschner zu SPORT1. Zuletzt seien sich "alle einig" gewesen, "dass Torsten Trainer bleiben soll, doch plötzlich ist das nicht mehr so." Für ihn gestaltet sich die Arbeit nun noch schwerer. "Die Kaderplanung", so der Sportchef, "gestaltet sich schwierig unter den gegebenen Umständen."

"Ich werde nicht gehen"

Dabei ist fast schon nebenbei zu erwähnen: Auch Poschner möchte das Präsidium lieber gestern als heute vor die Tür setzen. Der 45-Jährige verschwendet daran jedoch keinen Gedanken: "Ich werde nicht gehen. Es wurden Fehler gemacht, ich will es besser machen. Warum soll ich aufgeben?" Sein Vorteil: Die Investoren-Seite um den Jordanier Hasan Ismaik hält weiterhin zu ihm.

An der Grünwalder Straße hat sich mittlerweile ein Beziehungsgeflecht gebildet, das die Grundlage für jede Magister-Arbeit liefert.

Das Präsidium stellt sich gegen den Trainer und Sportchef, auch mit Investor Hasan Ismaik scheint eine produktive Zusammenarbeit kaum noch möglich. Aus diesem Grund waren die Vereinsbosse bereits am Wochenende kurz davor, selbst zurückzutreten. Diesen Gedanken hegt auch wohl Ismaik. Er würde seine Anteile dem Anschein nach sofort verkaufen, sollte es einen ernsthaften Interessenten geben.

Bei all den Abgangs- und Rücktrittsgedanken: Ein Name wird seit Tagen rund um die "Löwen" als neuer Fachmann gehandelt: der von Felix Magath. Im Gespräch mit SPORT1 erklärte der 61-Jährige aber: "Ich kann zu 1860 gar nichts sagen, weil ich mich mit dem Verein nicht beschäftige und über den Klub einfach keine Aussage treffen kann. Ich kann es nicht verhindern, dass etwas geschrieben wird." Fortgeschrittene Verhandlungen klingen anders.

So steht bei 1860 München derzeit nur eines fest: Es steht gar nichts fest.

Vielleicht zumindest das: Die Leidtragenden werden die Mannschaft, und daraus resultierend, die Fans sein. Mal wieder.

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