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Kacper Przybylko vom 1. FC Kaiserslautern gegen den MSV Duisburg
Neuzugang Kacper Przybylko (M.) trifft in Duisburg doppelt © Getty Images

Duisburg - Der 1. FC Kaiserslautern dreht gegen Duisburg mächtig auf und liegt zur Pause deutlich vorn. Der Aufsteiger spielt in der zweiten Hälfte besser, das Aufbäumen kommt aber zu spät.

Die bärenstarken Blitzstarter des 1. FC Kaiserslautern haben dem MSV Duisburg das Zweitliga-Comeback verdorben und gleich ein Zeichen im Aufstiegskampf gesetzt.

Dank dreier Tore innerhalb von 17 Minuten gewann der Vierte der Vorsaison am Freitag beim MSV zum Auftakt der 42. Saison souverän mit 3:1 (3:0). Die Zebras dagegen zahlten zwei Jahre nach ihrem Zwangsabstieg besonders in der ersten halben Stunde Lehrgeld.

Doppelpack von Przybylko

Für die abgebrühten Gäste, die in den vorangegangenen drei Spielzeiten jeweils knapp den Wiederaufstieg verpasst hatten, stellten Neuzugang Kacper Przybylko (13.) und Kevin Wolze mit einem Eigentor (18.) die Weichen früh auf Sieg. Spätestens nach dem zweiten Treffer des überragenden Przybylko (29.) machte sich unter den MSV-Fans Ernüchterung breit. Immerhin traf noch Branimir Bajic (81.) für die Duisburger.

"Ich freue mich sehr über meinen Einstand", sagte Przybylko bei SPORT1: "Es ist wichtig für einen Stürmer, das man schnell reinfindet. Aber ich muss auch der Mannschaft ein großes Kompliment machen.

Für die Roten Teufel des FCK war es der erste Sieg bei den Meiderichern seit dem 10. April 1994, als sie mit 7:1 den bis dato höchsten Auswärtssieg ihrer Bundesligageschichte feierten. In der Zweiten Liga hatten alle vier Heimspiele des MSV gegen Kaiserslautern unentschieden geendet.

"Das war kein einfacher Auftakt, hier muss man erst mal bestehen", sagte FCK-Trainer Kosta Runjaic bei Sky: "Wir wissen, dass noch nicht alles top war, aber im ersten Spiel können wir damit heute gut leben." Auch FCK-Boss Stefan Kuntz zeigte sich hochzufrieden: "Das ist ein Start nach Maß für uns", sagte er.

FCK schlägt bei erster Gelegenheit zu

Vor nur 23.686 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften MSV-Arena sorgte Lautern nach einer Gedenkminute zum fünften Jahrestag der Loveparade-Katastrophe früh für klare Verhältnisse. Die Pfälzer, deren Coach Kosta Runjaic von September 2012 bis Juni 2013 den MSV trainiert hatte, überstanden eine zehnminütige Drangperiode der sichtlich bemühten Gastgeber unbeschadet und schlugen bei ihrer ersten Möglichkeit eiskalt zu.

Przybylko ließ nach toller Vorarbeit von Mateusz Klich Torwart Michael Ratajczak keine Chance. Beim 0:2 durch seinen eigenen Verteidiger Wolze, der den Ball nach einem Querschläger von Jean Zimmer ins eigene Netz abfälschte, sah der Keeper nicht gut aus. Beim 0: 3 war er wieder chancenlos.

"Wir haben dumme Tore bekommen, dann wird es schwer", ärgerte sich Martin Dausch: "Wir haben Lehrgeld bezahlt, das müssen wir dringend abstellen. Wir müssen jetzt weiter machen und das Spiel abhaken."

Die Hausherren, bei denen die Zugänge Dustin Bomheuer und Thomas Bröker in der Startelf standen, waren sichtlich schockiert vom effizienten Auftritt der Lauterer und brachten spielerisch nicht mehr viel zustande. Dem Team von Trainer Gino Lettieri fehlten auch in der zweiten Hälfte schlichtweg die Mittel, um dem Match noch eine richtige Wende zu geben.

Lettieri: "FCK war gedanklich schneller"

"Wir sind gerade aufgestiegen, in der Dritten Liga wird ein ganz anderer Fußball gespielt", sagte Lettieri bei SPORT1: "Kaiserslauten ist ein Aufstiegskandidat, trotzdem haben wir die ersten zwanzig Minuten ganz gut mitgespielt. Aber dann haben wir individuelle Fehler gemacht, Lautern war gedanklich schneller."

Beim FCK standen die Neuzugänge Stipe Vucur, Daniel Halfar sowie Przybylko beim Anpfiff auf dem Platz, sie hatten keine Anpassungsschwierigkeiten. Entsprechend hatte der viermalige deutsche Meister auch im zweiten Abschnitt relativ leichtes Spiel.

Aus einer starken Lauterer Mannschaft, in der Marius Müller im Tor den Vorzug vor Zlatan Alomerovic erhalten hat, stach neben Doppel-Torschütze Przybylko der agile Zimmer hervor. Beste Spieler des MSV waren der laufstarke Kingsley Onuegbu und der in der 46. Minute eingewechselte Simon Brandstetter, der für etwas Belebung in der Offensive sorgte.  

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