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Kaiserslautern - In einem kampfbetonten Montagsspiel setzt sich der 1. FC Kaiserslautern gegen den SC Paderborn durch, die Stimmung ist aber angespannt.

Der 1. FC Kaiserslautern schlägt den Bundesliga-Absteiger SC Paderborn mit 1:0 und klettert auf Platz 4. Und doch war die Freude über den hart erkämpften Sieg rasch verflogen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Denn nach dem Abpfiff stand ein Zoff mit den eigenen Fans im Mittelpunkt.

Höhnischer Applaus für Fans

Kapitän und Siegtorschütze Chris Löwe erklärte, warum er zur Pause höhnisch in Richtung Tribüne applaudiert hatte.

"Es ist für mich unverständlich, wenn wir zuhause zur Halbzeit führen und ein Pfeifkonzert kriegen", sagte der Linksverteidiger im Gespräch mit SPORT1. Allerdings betonte er auch: "Es war kein Bruch mit der Mannschaft."

Die Pfiffe sind aus seiner Sicht "zum großen Teil nicht von der Westkurve" gekommmen. Dort sind die treuesten Anhänger der Pfälzer versammelt.

Nach der Partie entschieden sich die Kaiserslauterer Profis dennoch, nicht zur Kurve zu gehen, um sich dort wie sonst von den Fans zu verabschieden. Spieler, die wie Jean Zimmer bereits unterwegs zur Kurve waren, wurden von ihren Kollegen aufgehalten und gingen ebenfalls gleich in die Kabine.

Kaiserslauterns Kapitän Chris Löwe reagiert zur Pause angesäuert auf die Pfiffe der eigenen Fans

"Es hat sich etwas aufgestaut"

Trainer Kosta Runjaic sagte zu dem brisanten Thema:  "Jeder hat das Recht, ins Stadion zu kommen und seinen Unmut zu äußern. Es hat sich etwas aufgestaut in den letzten Monaten. Die Jungs kriegen das mit, dass es nicht so angenommen wird, wie es sich eigentlich gebührt."

Und mit Blick auf die vergangene Saison, als der FCK kurz vor Schluss den Aufstieg verspielte, meinte der Coach:  "Wir haben einen super Fußball gespielt, es aber nicht geschafft, den zweiten Platz zum Schluss zu halten. Die Jungs geben alles."

Markus Gellhaus, Coach des SC Paderborn, zeigte sich derweil trotz der neuerlichen Pleite nicht unzufrieden: "Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, leider haben wir uns nicht belohnt."

Der 45-Jährige lobte sein Team zudem für eine "gute Leistung", dennoch stand der SCP am Ende ohne Punkte da. Gellhaus deutete noch an, dass sein Klub sich auf dem Transfermarkt noch verstärken werde.

Stoppelkamp verschuldet Elfmeter

Paderborn spielte zwar wesentlich stärker und kompakter als beim peinlichen 0:6 gegen den SV Sandhausen in der Vorwoche, brachte sich aber mit einer unnötigen Aktion um einen möglichen Punktgewinn

Moritz Stoppelkamp foulte den bereits abgedrängten Ruben Jenssen im Strafraum an der Torauslinie, Löwe verwandelte den folgenden Elfmeter sicher zum Siegtor (15.). Der SCP ist Tabellen-15.

Michael Heinloth war der einzige Spieler aus der Viererkette, der bei den Gästen nach der Sandhausen-Blamage wieder verteidigen durfte - und auch er wurde nach 35 Minuten angeschlagen ausgewechselt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nick Proschwitz bereits den Pfosten des FCK-Tores getroffen (10.), kurz darauf folgte Stoppelkamps Aussetzer.

Atmosphäre immer hitziger

Trotz der Lauterer Führung pfiffen viele der 27.803 Zuschauer zur Pause - ein Lob für den SCP, der überlegen war, aber auch in der zweiten Halbzeit ideenlos.

Zudem störten viele kleinere Fouls den Spielfluss und sorgten im weiteren Verlauf für eine zunehmend hitzige Atmosphäre auf dem Rasen. Ein ums andere Mal kam es so auch zur Rudelbildung auf dem Rasen.

Ein Freistoß des eingewechselten Neuzugangs Christian Bickel (75.) war noch die beste Paderborner Chance auf den Ausgleich. Kaiserslautern blieb schwach und tat fast nichts, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Kacper Przybylko vergab allerdings noch zwei gute Konterchancen (84./90.+2).

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