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Schrecksekunde in Hälfte zwei: Rubin Okotie kollabiert und muss vom Feld getragen werden © dpa

Düsseldorf - Der Zusammenbruch von Rubin Okotie bei 1860 München überschattet Fortuna Düsseldorfs Sieg im Tabellenkeller. F95 bejubelt einen Doppelpacker.

Krise und neue Sorgen bei 1860 München wegen des Zusammenbruchs von Rubin Okotie - Erlösung für Fortuna Düsseldorf:

Der vor Saisonbeginn als Aufstiegskandidat gehandelte Rheinland-Klub hat im sechsten Versuch seinen ersten Saisonsieg gelandet. (DATENCENTER: Tabelle)

Im Duell der kriselnden Traditionsvereine bezwangen die Düsseldorfer die "Löwen" mit 3:0 (2:0) und verließen durch ihren ersten Sieg unter dem neuen Trainer Frank Kramer die Abstiegsränge.

1860 bleibt dagegen sieglos und könnte am Montag sogar auf Platz 18 abrutschen. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Drama um Okotie

Was die Gäste indes noch mehr schockte: Okotie (28) kollabierte beim Stand von 0:3 auf dem Platz direkt vor den Augen von Schiedsrichter Manuel Gräfe, nachdem er fünf Minuten zuvor mit F95-Keeper Michael Rensing zusammengeprallt war (73.).

Der Österreicher blieb zunächst ohnmächtig auf dem Rasen liegen, verschluckte dem Vernehmen nach dabei auch seine Zunge und musste sich erbrechen, ehe die medizinisch behandelnden Teamverantwortlichen dem Stürmer wieder zu Bewusstsein verhalfen.

Okotie wurde auf einer Trage ins Krankenhaus eingeliefert. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Wohl kein Schädel-Hirn-Trauma

Der anfängliche Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma bestätigte sich am späten Sonntagnachmittag aber offenbar nicht, wie die Bild berichtete. Okotie soll die Klinik inzwischen mit Teamarzt Dr. Christian Mathonia wieder verlassen haben.

"Er ist im Krankenhaus. Das Entscheidende ist, dass er schon vorhin mal den Kopf gehoben und der Arzt die Hand gehoben hat. Ich denke, es ist eine starke Gehirnerschütterung", hatte 1860-Coach Torsten Fröhling bereits nach Abpfiff bei SPORT1 gesagt.

"Er geht zum Kopfball, und wie ein Torwart so ist, geht er (Rensing, Anm. d. Red.) da voll rein. Aus meiner Sicht hätte es einen Elfmeter geben können", beschrieb Fröhling die Szene, die zu dem Drama führte.

Rensing: "Ein normaler Zweikampf"

Rensing wiederum erklärte bei SPORT1: "Für mich ist das ein normaler Zweikampf. Ich bin eher am Ball, er rennt in mich rein. Natürlich ist es unglücklich, dass er sich so wehgetan hat."

Auch die neuerliche Pleite im Tabellenkeller setzte Fröhling zu: "Wir wollten es natürlich ruhiger haben. Es ist natürlich nicht schön, aber von Abstiegskampf zu reden, wäre zu früh."

Ya Konan mit Doppelpack

Ihlas Bebou (9.) und der stets gefährliche Didier Ya Konan (30. /66.) bestraften die häufigen Nachlässigkeiten in der Abwehr der Gäste. Die ersten beiden Tore bereitete Axel Bellinghausen stark vor.

Mehrere gute Chancen der Sechziger vereitelte Rensing glänzend - beispielsweise nach gefährlichen Kopfbällen von Valdet Rama (4.) und Stefan Mugosa (28.).

Ya Konan (49.) traf vor 24.970 Zuschauern für die Fortuna zudem die Querlatte (49.), Sercan Sararer (59.) den Pfosten.

"Es ist ein ganz fremdes Gefühl, mal wieder so vom Platz zu gehen", resümierte Rensing bei SPORT1 angesichts der Tatsache, dass der letzte Heimsieg zuvor am 21, März war (2:0 gegen Darmstadt 98).

Gleichwohl dämpfte F95-Coach Kramer die Euphorie: "Wir brauchen noch viel Geduld und haben einen harten Weg vor uns."

Wirbel um Bebous Führungstor

Für kurzzeitigen Wirbel hatte Bebous Führungstor gesorgt, dass die "Löwen" als irregulär sahen, weil der Togolese sich den Ball dabei an die eigene Hand geköpft hatte.

"Der Spieler geht zum Kopfball und kann ja nicht wegbleiben, weil da eventuell ein Gegenspieler im Weg ist“, analysierte Hellmut Krug die Situation für SPORT1.

Der Schiedsrichtermanager bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) fügte an: "Der folgende Zusammenprall ist ein Unfall. Handspiel liegt ebenfalls nicht vor, der Spieler will köpfen, tut das auch, dass danach der Ball an die Hand oder den Arm geht, ist irrelevant. Ein reguläres Tor."

Drama um Okotie

1860 trat mit dem gerade erst von der Fortuna verpflichteten Spielmacher Michael Liendl an, der nach einer unauffälligen ersten Halbzeit ausgewechselt wurde. Die Gäste blieben auch danach ineffizient und defensiv anfällig."Diese Leistung ist nicht zu erklären", haderte Gäste-Torhüter Vitus Eicher bei Sky.

Den Gastgebern genügte es, die schon in den vergangenen Spielen vorhandenen Torchancen diesmal auch zu nutzen.

Eine gute Viertelstunde vor Abpfiff war das Sportliche dann plötzlich Nebensache - wegen Okoties Zusammenbruch.

Die Löwen mussten die Partie überdies zu zehnt beenden, weil ihr Wechselkontingent erschöpft war. 

 

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