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SPORT1-Kolumnist Christian Beeck (l.) prophezeit Duisburg einen harten Kampf um den Klassenerhalt © SPORT1 Grafik: Imago

SPORT1-Kolumnist Christian Beeck analysiert die Lage des MSV Duisburgs. Die Erwartungshaltung bei Kaiserslautern sieht er kritisch.

Hallo Zweitliga-Freunde,

die Fans des MSV Duisburg leiden, nach dem euphorisch gefeierten Aufstieg liegt ihr Klub auf Platz 18. Doch die Bosse wussten von Anfang an, dass es sehr schwer werden wird.

Immerhin: Beim MSV ist nun die Realität zu Hause, das war ja in den vergangenen Jahren nicht immer so. Wenn die "Zebras" sich in den nächsten drei, vier Spieltagen nicht stabilisieren, wird es eine sehr bittere Saison. Für die Zweite Liga wäre es aber schön, wenn ein Team nicht von vorneherein abgeschlagen hinterherläuft.

Wie lange man die Ruhe noch behält und an Trainer Gino Lettieri festhält, wird man sehen. Natürlich versuchen die Duisburger angesichts der angespannten Finanzen kreativ zu agieren.

So ein Transfer wie der von Victor Obinna könnte die Nadel im Heuhaufen sein für einen Verein, der keinen großen Spielraum hat. Das Risiko ist überschaubar. Sportdirektor Ivica Grlic weiß, wie das Geschäft funktioniert. Ich drücke die Daumen, dass sich dieser Transfer als Rakete herausstellt.

Duisburgs Gegner Eintracht Braunschweig hat sich derweil still und heimlich zu einer tollen Truppe gemausert. Keiner hatte die Eintracht so richtig auf dem Schirm.

Die Braunschweiger haben in der letzten Saison als Absteiger ordentlich funktioniert, aber jetzt sind sie wieder sehr wettbewerbsfähig. Mit Sportdirektor Marc Arnold und Trainer Torsten Lieberknecht sind da Jungs am Ruder, die sehr geerdet sind. Da sieht man das Ergebnis, wenn man Leute mit Ahnung vom Fußball ruhig arbeiten lässt. Braunschweig kann durchaus wieder in der Ersten Liga landen.

Der 1. FC Kaiserslautern hat dagegen nicht die Qualität, dauerhaft um die ersten fünf Plätze zu spielen. Das muss man so klar sagen.

Die Leute dort haben aber etwas anderes erwartet. Sie sind enttäuscht. Fakt ist: Lautern ist im vierten Jahr in der Zweiten Liga und das war noch nie so. Das kostet Substanz und viel Geld. Man hat es noch nicht geschafft, eine Mannschaft zusammenzustellen, die um den Aufstieg mitspielt.

Und in dieser Saison sehe ich das auch überhaupt nicht. Ich wage zu bezweifeln, dass das an Trainer Kosta Runjaic liegt. Die Mannschaft gibt einfach nicht mehr her.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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