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1. FC Kaiserslautern v Fortuna Duesseldorf  - 2. Bundesliga
Konrad Fünfstück fand sich gegen Sandhausen schnell auf der Tribüne wieder © Getty Images

Sandhausen - Der Pfälzer Trainer erlebt nach seinem Feldverweis in Sandhausen einen Albtraum. Zudem droht ihm Ärger. Ein Disput mit dem Referee könnte noch Folgen haben.

Konrad Fünfstück musste erstmal durchatmen. "So einen Tag wie heute", schnaubte er, "habe ich auch noch nicht erlebt". Der Trainer des 1. FC Kaiserslautern wähnte sich bei der 0:1-Pleite gegen SV Sandhausen im falschen Film - und das gleich mehrfach. 

Nicht nur, dass die Pfälzer beim Überraschungsteam der Zweiten Liga die erste Niederlage unter seiner Regie kassierten. Obendrein handelte sich Fünfstück auch noch den ersten Platzverweis seiner noch jungen Trainerkarriere ein. Bereits nach 40 Minuten hatte ihn Schiedsrichter Thorsten Schriever wegen Reklamierens auf die Tribüne geschickt.

Irrweg über Parkplatz

Doch das waren bei weitem nicht die einzigen Negativerlebnisse, die der FCK-Coach an diesem Abend über sich ergehen lassen musste. 

Nachdem Fünfstück aus dem Innenraum verwiesen wurde, wählte er als Fluchtweg das Gatter hinter den Trainerbänken. Eine folgenschwere Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. 

Denn auf dem Weg zum Kabinentrakt landete Fünfstück auf einem abgelegenen Parkplatz. Der Pfälzer Trainer irrte irgendwo zwischen Übertragungswagen und Toilettenhäuschen umher, ehe er Sandhäuser Ordnern in die Arme lief. Doch die verwehrten Fünfstück den Weg in die Katakomben - weil sie ihn für einen Fan hielten. 

Fünfstück musste eine Personenkontrolle über sich ergehen lassen, ehe seine wahre Identität geklärt war. "Der gesamte Ordnungsdienst schien mir ein wenig indisponiert zu sein", sagte der Lauterer Coach später zu SPORT1

Erst zur zweiten Hälfte hatte er dann Position bezogen im Spielertunnel auf der Gegengerade, von wo aus er sein Coaching einfach unverblümt fortsetzte.

Per Handy baute Fünfstück eine Standleitung zu seinen Co-Trainern Marco Grimm und Sven Höh auf. Über Teammanager Roger Lutz spielte er stille Post mit den Ersatzspielern, die sich hinter dem Tor warm machten. Der Platzverweis konnte den Lauterer Trainer nicht in seinem Tatendrang bremsen. "Das ganze Trainerteam ist fit auf den Beinen, das haben wir gut hinbekommen. Aber am Ende hat das auch nichts gebracht", schilderte Fünfstück die Aufgabenteilung bei SPORT1.

Hatte er keine Angst vor weiteren Sanktionen? "Ich bin da nicht in den Regularien drin", rechtfertigte sich Fünfstück nach Abpfiff.

Fünfstück droht Strafe wegen Beleidigung

Tatsächlich verbietet das Regelwerk ausgeschlossenen Trainer nur dann die Kommunikation mit ihrem Team, wenn sie durch ein Sportgericht gesperrt wurden. So wie Bundestrainer Joachim Löw einst bei der EM. Bei einem Tribünenverweis müssen sie nur dem Innenraum fernbleiben. Diese Auflage erfüllte Fünfstück aufgrund der Beschaffenheit des Sandhäuser Hardtwaldstadions.

Ungemach dürfte Lauterns Trainer derweil durch den Spielbericht drohen, den Referee Schriever nach Spielschluss verfasste.

Nach SPORT1-Informationen steht demnach der Vorwurf der Beleidigung gegen Fünfstück im Raum. Der soll seinen lautstarken Protest nach dem umstrittenen Siegtreffer der Gastgeber ("Ist das Fair Play?") mit einer unflätigen Wortwahl gegen den Vierten Offiziellen gepaart haben, für die ihm jetzt eine empfindliche Strafe seitens des DFB-Sportgerichtes droht.

FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz versuchte zwar direkt nach Spielende in der Schiedsrichterkabine zu intervenieren. Doch das hielt die Unparteiischen nicht davon ab, Fünfstücks Worte im Spielbericht festzuhalten. 

Während man bei den Pfälzern nun auf Milde der Sportrichter hofft, klagte Daniel Halfar bei SPORT1 "die offiziellen Herrschaften" um Schriever an: "Die Schiedsrichter haben auch ihren Teil dazu beigetragen, dass das Spiel so ausgeht. Das war heute - milde ausgedrückt - bodenlos."

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