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1860 Muenchen v Energie Cottbus - 2. Bundesliga
Scheich Hasan Ismaik, Investor des TSV 1860 München, liebäugelt mit einem Engagement in England © Getty Images

München - Der Geldgeber setzt die Löwen unter Druck. Der Investor plant offenbar einen Einstieg bei einem englischen Klub. Die Premier League könnte ihm viel erleichtern.

An Weihnachten herrscht alarmierende Stimmung bei 1860 München. Investor Hasan Ismaik droht damit, dem finanziell schwer angeschlagenen Zweitligisten den Geldhahn zuzudrehen. Die Löwen stünden damit vor der Insolvenz. Ein aktuelles Interview schürt zusätzlich Befürchtungen, der millionenschwere Unternehmer könne einen Absprung vorbereiten. 

Im Gespräch mit dem englischen Telegraph gab Ismaik zu, einen Einstieg bei einem Klub zu prüfen - entweder in der Premier League oder der zweiten Liga.

England lukrativer als Deutschland

"Der englische Fußball ist voll von großen Teams mit großer Vergangenheit. Die Emotionen, die Kultur, die Fans, die Erfahrung im Stadion zu sein und Spaß zu haben - dort zu sein, wo man all das hat: Das ist das, was wir wollen", sagte der Jordanier.

Es ist aber wohl nicht nur die Liebe zum Spiel, die Ismaik auf die Insel zieht. Der 39-Jährige wittert im Mutterland des Fußballs das Geschäft, das ihm in Deutschland aufgrund der 50+1-Regel verwehrt bleibt. 

"Die Schwierigkeiten, mit denen wir in Deutschland konfrontiert sind, machen uns nachdenklich, ob wir hier einen Klub kaufen und in einem Land investieren sollten, in dem der Fußball so unterhaltsam und spannend ist", sagte Ismaik. 

Seitenhieb auf die Löwen

Der Unterschied zur Bundesliga: In England könnte Ismaik zum Haupteigner aufsteigen und wäre nicht an ein Stimmrechtlimit von 49 Prozent gebunden. Er betonte, in der Premier League gebe es Regeln, "die Investoren ermutigen und ihnen die Möglichkeit geben, ihren Klub erfolgreich zu machen".

An einem konkreten Zeitplan will sich Ismaik zwar nicht messen lassen ("Ein Investment kann einen Monat dauern, es kann drei Jahre dauern..."). Lukrativer als sein Engagement bei den Löwen ist die Aussicht auf einen Premier-League-Verein für den Geschäftsmann aber allemal. 

"Wir wollen dort sein, wo uns mehr Respekt entgegengebracht wird. Wir wollen einen Klub besitzen, den man voranbringen kann, der wachsen und sich verbessern will und der erfolgreich sein will", sagte Ismaik. Worte, in denen ein deutlicher Seitenhieb auf 1860 mitschwang. 

Zuletzt hatte der Investor seinen derzeitigen Verein harsch kritisiert - und seine weitere Unterstützung an Bedingungen geknüpft. "Ich bin nicht mehr dazu bereit, neue Kredite zu geben oder alte Kredite in Genussscheine umzuwandeln, solange die Art und Weise, wie der Verein verwaltet wird, sich nicht ändert", schrieb Ismaik in einer Erklärung. 

"Entweder spürbare Veränderungen oder keine Investitionen. Ich bin es satt (...), die beschämenden Niederlagen des Vereins hinzunehmen, die uns übrigens nicht nur in die Dritte Liga führen werden, sondern in die Amateurliga", kritisierte er. Die Löwen seien derzeit kein Fußballverein, sondern ein "Verein der Absurditäten".

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