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Arminia Bielefeld v Jahn Regensburg  - 3. Liga
Norbert Meier schaffte mit Bielefeld den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga © Getty Images

München - Vor dem Duell gegen St. Pauli erklärt Trainer Norbert Meier bei SPORT1 Bielefelds mysteriöse Remisserie. Außerdem verrät er, was ihn und Ewald Lienen verbindet.

Zwei Spiele sind noch zu spielen, bis Norbert Meier die Füße unter dem Weihnachtsbaum hochlegen kann.

Doch der Trainer von Arminia Bielefeld kann sich schon jetzt freuen. Denn der Blick auf die Tabelle dürfte dem 57-Jährigen gefallen. Die Ostwestfalen belegen vor dem Rückrundenstart zuhause gegen den FC St. Pauli (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) einen respektablen 14. Platz mit vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Bielefelder standen noch nicht ein Mal auf einem Abstiegsrang. Und das als Aufsteiger. Kein Wunder, dass Meier happy ist - und etwas stolz.

"Für einen Aufsteiger sind 20 Punkte aus der Hinrunde eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Zwar können wir dem einen oder anderen Punkt hinterher trauern, aber wir sind nicht unzufrieden", sagt Meier zu SPORT1.

Die Erfolgsstory mit den Arminen geht für den erfahrenen Coach also weiter. Im Februar 2014 übernahm Meier den Verein in der Zweiten Liga in akuter Abstiegsgefahr. Er konnte den DSC jedoch nicht mehr retten. In der Relegation scheiterte man an Darmstadt 98. Doch Meier verlängerte trotzdem seinen Vertrag und ging mit in die 3. Liga. Und schaffte in der darauffolgenden Saison prompt den direkten Wiederaufstieg.

Meier findet es "erstaunlich"

Dieser steinige Weg scheint Meier und den Verein noch enger zusammengeschweißt zu haben. "Es war erstaunlich, dass wir derart leidenschaftlich nach dem Abstieg zurückgekommen sind", sagt er. "Auch wenn man sieht, was für ein Schlauch die 3. Liga sein kann, mit 20 Mannschaften und 38 Spielen, in denen es immer eng zu geht."

Doch Meier ist keiner, der sich im Erfolg alleine sonnen will. Im Gegenteil. "Alle bei Arminia haben sich bis zur Decke gestreckt. Alle haben in eine Richtung mitgezogen und uns aus dem Schlamassel rausgeholt, den wir uns selbst eingebrockt hatten", erklärt der Coach.

Meier sieht sein Team auf einem guten Weg und bleibt realistisch. "Arminia gehört  zu den wenigen Teams in der Liga, die intern nicht das Ziel ausgegeben haben, oben mitspielen zu wollen. Das wäre ja auch vermessen gewesen." Man wolle sich "mittelfristig konsolidieren und stabilisieren und zuerst den Verbleib in der Liga sichern."

Zu viele Punkteteilungen

Elf Remis, drei Siege und drei Niederlagen stehen nach 17 Spielen zu Buche. Zu viele Punkteteilungen, sagen die Kritiker. "Wir haben nie den Vorsatz, unentschieden spielen zu wollen", betont Meier. "In der Hinrunde waren sicherlich Spiele dabei, die wir hätten gewinnen müssen. Aber wenn das nicht gelingt, musst du trotzdem immer in der Lage sein, einen Punkt mitzunehmen. Natürlich wissen auch wir, dass Siege dabei helfen, sich abzusetzen."

Doch nicht nur mehr Siege wünscht sich Meier. "Die Torchancen können wir besser nutzen, auch unsere Gefahr bei Standards können wir weiter ausbauen. Das klappt zwar immer besser, aber dort waren wir in der 3. Liga sehr erfolgreich."

Ähnliche Trainer-Vita

Das Duell mit den Kiezkickern ist für Meier auch ein Wiedersehen mit Ewald Lienen. Beide mögen und schätzen sich. Und beide haben in ihrer Trainer-Vita mit dem MSV Duisburg, Borussia Mönchengladbach und Bielefeld gleich drei gemeinsame Ex-Klubs.

"Uns verbindet ein langjähriges, kollegiales Verhältnis", sagt Meier. "Wir haben ja auch selbst noch gegeneinander gespielt. Dass wir bereits drei Mal denselben Verein trainiert haben, spricht doch nur für uns."

Das Spiel gegen Lienens aktuellen Verein wird für Meier keinesfalls leicht. "Der FC St. Pauli ist als Dritter der Hinrunde eine schwer zu bespielende Mannschaft", sagt der Arminen-Coach. "Ewald hat bei der Mannschaft und unter den Fans eine tolle Begeisterung entfacht und ist dort offensichtlich zur Kultfigur geworden. Von außen betrachtet passt das wie die Faust aufs Auge."

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