vergrößernverkleinern
Christian Beeck analysiert für SPORT1 den 1. FC Nürnberg © SPORT1/Getty Images

In seiner SPORT1-Kolumne erklärt Christian Beeck den aktuellen Höhenflug des 1. FC Nürnberg. Er traut dem Club den Aufstieg zu, stellt aber auch ein Problem fest.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Der 1. FC Nürnberg ist mit vier Siegen in Folge die Mannschaft der letzten Wochen.

Es ist Ruhe eingekehrt. Der Verein hatte ziemliches Rambazamba zu Saisonbeginn: Sportvorstand weg, Chefscout weg. Da muss man sich natürlich fragen, was vorher los war und welche Ideen dahinter steckten. Sie haben alles umstrukturiert, der Verein wurde komplett umgekrempelt. Das hat sich wunderbar auf Trainer Rene Weiler ausgewirkt und sein Vertrauen. Er konnte dann in Ruhe arbeiten und die Mannschaft auf Platz drei führen.

Die Mannschaft wirkt topfit, taktisch immer gut eingestellt, mit geringer Fehlerquote. Und die Spieler treffen jetzt im richtigen Moment das Tor. Damit hätte ich nicht gerechnet, das finde ich große Klasse! Da muss man ein großes Lob aussprechen. Der Kader ist groß, man hat viel ausprobiert. Dabei ist man nur nach Leistung gegangen und dann kommt eben so ein Erfolg dabei heraus. Weiler hat die nötige Gelassenheit und eine konsequente Art. Außerdem denkt er im Detail. Da hat sich etwas gefunden.

Erfolg weckt natürlich Begehrlichkeiten - wenn die entsprechenden Summen auf dem Tisch liegen, werden Spieler wie Alessandro Schöpf oder Guido Burgstaller wechseln. Aber das weiß jeder vorher.

Nürnberg will im zweiten Jahr in der zweiten Liga nach dem Abstieg jetzt den großen Wurf hinlegen und aufsteigen. Dafür möchte der Verein natürlich im Winter keine Leistungsträger abgeben. Nur: Die Zweitligisten müssen auch immer das Betriebswirtschaftliche sehen.

Nürnberg hat zwar viele gute junge Spieler, aber diese brauchen zunächst vor allem Einsätze. Und sie wissen, dass sie mit dem FCN etwas erleben und aufsteigen können. Der Aufstieg ist möglich, das sieht man im Moment. Natürlich kann sich das aber auch wieder drehen.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel