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Christian Beeck analysiert für SPORT1 die 2. Liga © SPORT1/Philipp Heinemann

SPORT1-Experte Christian Beeck blickt in seiner Kolumne zurück auf die 17 Spiele in der Hinrunde. Von Freiburg und Leipzig ist er überzeugt, Effenberg sieht er auf dem Prüfstand.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Der SC Freiburg und RB Leipzig stehen am Ende der Hinrunde erwartungsgemäß oben.

Die Breisgauer sind eingespielt mit ihrem System und die Ballsport-Jungs aus Leipzig konnten auch aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten und durch ihre Verpflichtungen - allen voran Davie Selke - überzeugen.

Eine dicke Überraschung ist für mich der FC St. Pauli, der in der vergangenen Saison bis zuletzt um den Klassenerhalt kämpfen musste. Jetzt ist man tatsächlich Dritter.

Der SV Sandhausen ist auch beachtlich, wenn man bedenkt, dass dem Klub vor der Saison drei Punkte abgezogen wurden. Das ist ein Hammer mit diesen Möglichkeiten.

Es ist aber ein schönes Beispiel, dass bei einer Mannschaft so etwas möglich ist, die harmoniert, stimmig ist, füreinander da ist und kontinuierlich mit dem Trainer arbeiten darf. Es ist ein schönes Signal für kleinere Vereine wie z.B. den FSV Frankfurt.

Der 1. FC Nürnberg hat im letzten Drittel der Hinrunde auch aufhorchen lassen. Sie sind Vierter und haben alle Chancen am Ende aufzusteigen.

Das ist beachtlich nach dem ganzen Hickhack um Ex-Sportvorstand Martin Bader und Fußballleiter Wolfgang Wolf, zudem kam mit Martin Bornemann ein neuer Sportchef und Chefscout Christian Möckel verließ den Club. Da war viel Alarm in Nürnberg. Respekt also, das ist eine tolle Story nach all dem Wandel.

Eine Enttäuschung ist für mich der 1. FC Kaiserslautern mit Platz neun nach 17 Spielen. Das hat man sich in der Pfalz bestimmt anders vorgestellt. Die "Roten Teufel" haben ganz andere Ziele.

Der VfL Bochum steht nach dem sensationellen Saisonstart jetzt wieder da, wo sie eigentlich hingehören. Ganz ehrlich: Es war schon überraschend, dass sie lange Zeit vorne dabei waren. Der VfL stabilisiert sich dort, wo man auch hingehört, nämlich im Mittelfeld.

Bei 1860 München überrascht mich gar nichts mehr. Das ist jedes Jahr das gleiche bei den "Löwen". Ich hoffe aber, dass es Benno Möhlmann hinkriegt und dass dieser Verein in der Zweiten Liga bleibt. Das Drumherum ist immer sehr spannend bei Sechzig.

Überraschend war die Performance des SC Paderborn. Dass dieser Klub nach dem Abstieg so abgefallen ist, ist verwunderlich. Das System mit einem herausragenden Co-Trainer und einem Cheftrainer, der noch nie in der Funktion im Profifußball gearbeitet hat, ist abenteuerlich - mal schauen, wie das weitergeht. Stefen Effenberg hatte keine Vorbereitung, die hat er jetzt und darf nachweisen, was er wirklich drauf hat. Eine spannende Geschichte.

Enttäuschend ist auch, was bisher Fortuna Düsseldorf, Union Berlin und der Karlsruher SC zeigen. Die Düsseldorfer und Unioner hatten große Ambitionen, bei den Karlsruhern kann man das noch nachvollziehen, weil sie nach der Relegation einen hohen Aderlass hatten.

Bei Arminia Bielefeld, die auch die Relegation spielen mussten, ist Platz 12 eine tolle Geschichte. Genauso die Leistungen vom 1. FC Heidenheim und vom FSV Frankfurt mit seinen geringen finanziellen Möglichkeiten.

Der MSV Duisburg mit dem neuen Trainer Ilia Gruev hat zuletzt etwas die Kurve gekriegt. Mal schauen, was aus denen wird. Ich denke, dass der Abstiegskampf am Ende spannender wird als das Aufstiegsrennen.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga. 

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