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Der jordanische Investor Hasan Ismaik gibt in seinem Umgang mit dem TSV 1860 München viele Rätsel auf. Das neueste ist sein Versprechen, ein neues Stadion zu bauen.

Nach dem Einstieg von Hasan Ismaik träumte 1860 München von der Rückkehr in die Bundesliga, jetzt müssen die "Löwen" den Abstieg in die 3. Liga fürchten.

Nichtsdestotrotz fällt der Investor seit einigen Wochen mit großspurigen Ankündigungen auf. Auf seiner Facebook-Seite "Ismaik1860" stellte der Jordanier nun den Anhängern des krisengeplagten Zweitligisten ein neues Stadion in Aussicht. "Mit euch Löwen werden wir ein neues Stadion bauen, das den Namen, die Identität und Tradition von 1860 trägt", schrieb er.

Wieder einmal große Worte. Ob ihnen allerdings Taten folgen, ist fraglich. Bisher fehlte es bei vielen Versprechen an der Umsetzung. Viele der Profis, die mit Ismaiks Geld verpflichtet wurden, waren nicht die erhofften Verstärkungen oder sind längst wieder weg.

Mehr Fragen als Antworten

Auch Ismaik selbst wirft in seinem Umgang mit dem Verein mehr Fragen auf als er Antworten bietet. Erst vor ein paar Tagen schimpfte der 39-Jährige auf seinen Social-Media-Kanälen: "Für mich ist nicht erkennbar, wofür mein Geld ausgegeben wurde. Ich habe keinen Einblick, wohin frühere Investments in den Verein geflossen sind. Dies sind keine Anschuldigungen, sondern wichtige Fragen."

Ihm fehlt offensichtlich der Durchblick. Verwunderlich, schließlich ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Profifußball-KGaA und hat das Finanzgebaren des Klubs zu kontrollieren.

Seit seinem Einstieg im Mai 2011 hat er vier Präsidenten und sechs Trainer verschlissen. Sein ehemaliger Statthalter Noor Basha wurde im vergangenen Jahr Geschäftsführer und scheint inzwischen auch unten durch zu sein.

Rückzieher von Ismaik

Wie glaubhaft also ist das Stadion-Versprechen von Ismaik? Im Dezember noch erzählte er in London, dass er in England einen Klub kaufen wolle, doch kurze Zeit später wollte er davon nichts mehr wissen und schwor den "Löwen" seine Treue.

Ismaik hat 60 Prozent der Aktien, aber nur 49 Prozent stimmberechtigte. Deshalb fordert er von der DFL schon lange die Abschaffung der 50+1-Regeln. Auch mit den Bayern legte er sich in der Stadionfrage an. Die sechs Millionen Euro jährlich, die 1860 seit 2006 an den FCB an Miete für die Allianz Arena überweist, sollten wieder in die Vereinskasse der "Löwen" fließen, tönt Ismaik.

Auch der Verkauf der Anteile steht mittlerweile im Raum. Doch im Sommer und Herbst lehnte er entsprechende Angebote ab. Bei 1860 wissen sie weiter nicht, was Ismaik eigentlich genau macht. Benno Möhlmann äußerte sich zuletzt bei SPORT1 kritisch über die Transfermechanismen.

Möhlmann: "Wir können nicht frei handeln"

 "Im Moment sind wir nicht die, die frei handeln können", sagte Möhlmann am Rande des AL-KO Cups über mögliche Transfers. "Wir sind ein bisschen darauf angewiesen, dass Herr Ismaik sich einfach mal meldet, dass er auch wieder Kontakt mit uns führt und dass wir zu bestimmten Dingen einfach sein Okay bekommen, weil das laut Satzung auch nötig ist."

Möhlmann wünscht sich weiter Verstärkungen in der Winterpause: "Ich hoffe natürlich, dass uns die Arbeit auch ein bisschen erleichtert wird, indem wir noch zwei, drei von der Qualität und der Erfahrung her gute Spieler dazubekommen." Stürmer Sascha Mölders ist vom FC Augsburg mit Kaufoption ausgeliehen - bislang der einzige Zugang im Winter. Dabei könnte der TSV 1860 weitere Verstärkungen dringend gebrauchen. Sonst spielen die "Löwen" tatsächlich bald in der 3. Liga.

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