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1. FC Koeln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga
Stefan Kuntz führte den 1.FC Kaiserslautern 1991 zur Deutschen Meisterschaft © Getty Images

Der Europameister von 1996 wird seinen Posten als Vorstandsvorsitzender beim 1. FC Kaiserslautern aufgeben. Der frühere Aufsichtsratsboss bedauert bei SPORT1 diesen Schritt.

Der frühere Nationalspieler Stefan Kuntz löst seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zum Saisonende auf und verlässt die Pfälzer nach acht Jahren an der Klubspitze.

Ausschlaggebend waren offensichtlich Differenzen mit dem Aufsichtsrat, der keine Wintertransfers bewilligen wollte.

"Es gab in letzter Zeit unterschiedliche Auffassungen über die weitere Ausrichtung und die Strategien des Vereins. Und wenn die Strategien des Vorstandsvorsitzenden und des Aufsichtsrates auseinandergehen, ist es wichtig, dass der Verein im Vordergrund steht", sagte Kuntz auf einer Pressekonferenz am Montag:

"Der Aufsichtsrat und ich haben diese Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt getroffen, damit genug Zeit bleibt, den Verein personell neu aufzustellen. Es war eine bewegte Zeit auf dem Betze, die ich nie vergessen werde."

Nur 60 Prozent der Mitglieder für Kuntz

Kuntz ist seit 2008 FCK-Klubchef, sein Vertrag lief eigentlich noch bis zum 31. Dezember 2017.

Mitte Dezember hatten die FCK-Mitglieder im Rahmen einer Mammut-Mitgliederversammlung zunächst nur Aufsichtsratsboss Dieter Rombach die Entlastung verweigert.

Für Kuntz und das ebenfalls scheidende Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt hatten sich aber auch nur 60 Prozent der 1000 anwesenden Mitglieder ausgesprochen.

Vorstellungen gehen auseinander

Der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff sagte: "Es ist in den vergangenen Wochen deutlich geworden, dass der Aufsichtsrat des FCK und Stefan Kuntz unterschiedliche Ansichten haben und eine unterschiedliche Strategie verfolgen."

Der Aufsichtsrat werde umgehend mit der Suche nach einem Nachfolger für den sportlichen Bereich beginnen.

Als Profi war Kuntz 1996 Europameister und mit dem FCK Deutscher Meister (1991) und DFB-Pokalsieger (1990) geworden. In seiner Zeit als Klubchef feierten die Pfälzer 2010 die Rückkehr in die Bundesliga, 2012 stieg der Klub wieder ab.

Rombach "nicht mehr ganz überrascht"

Der im Dezember zurückgetretene Rombach sagte derweil zu SPORT1: "Mich überrascht der Rücktritt von Stefan Kuntz nicht mehr ganz, aber natürlich ist es eine schlechte Nachricht für unseren Verein."

Und weiter: "Ich wusste, dass das Risiko besteht, wenn der neue Aufsichtsrat sich anders gegenüber dem Vorstand positionieren würde. Kein Vorstand lässt sich gerne in das operative Geschäft reinreden. Ich hoffe, dass durch diese große Veränderung all das, was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, also die finanzielle Basis, nicht zusammenfällt und infrage gestellt wird."

Ex-Aufsichtsratsboss macht sich Sorgen

"Meine Meinung war ganz klar, dass der Aufsichtsrat die finanziellen Rahmenbedingungen vorgibt, aber ansonsten nicht in die operative Verantwortung des Vorstandes reinredet", so Rombach.

Er könne sich vorstellen, "dass in der neuen Konstellation etwas andere Vorstellungen existieren". 

Auf die neue Situation beim FCK blickt Rombach besorgt. "Es wird jetzt eine große Herausforderung sein, wieder ein Gesicht zu finden, was in vergleichbarer Form wie Stefan Kuntz all die Jahre nach innen und außen wirken kann", sagte er.

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