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SPORT1-Experte Christian Beeck glaubt an einen vorzeitigen Abschied Effenbergs aus Paderborn © SPORT1 Grafik: Picture-Alliance

SPORT1-Experte Christian Beeck analysiert in seiner Kolumne die Probleme von Stefan Effenberg in Paderborn - und zeigt wenig Verständnis für dessen Ehefrau.

Hallo Zweitliga-Freunde,

ich glaube, Herrn Rangnick lag da schon länger etwas quer. Er hat nur darauf gewartet, um so etwas mal rauszulassen.

In der Vergangenheit wurde nach Mehmet Scholls Aussage mit den sogenannten "Laptop-Trainern" über diejenigen philosophiert, die nur taktisch unterwegs sind und nie richtig in der Bundesliga und Zweiten Liga Fußball gespielt haben. Scholl hat mit dem, was er damals sagte, Stefan Effenberg jetzt einen Bärendienst erwiesen.

Ich würde sagen, Herr Rangnick lag jedenfalls mit seinem Satz falsch, er habe die Taktik von Effenberg das letzte Mal vor 30 Jahren gesehen. Denn ich habe mit solch einer Taktik 2002 den Klassenerhalt geschafft (mit Energie Cottbus, d. Red.).

Ich verstehe weder Claudia Effenberg noch Stefan Effenberg, dass beide jetzt öffentlich sauer sind. Das sind alles Themen, die einen vom Wesentlichen abbringen, nämlich vom Ziel Klassenerhalt für den SC Paderborn. Öffentlich Kommentare zu bewerten, bringt nichts. Man sollte einfach den Helm aufsetzen, den Job machen und zusehen, dass Paderborn nicht absteigt. Alles andere hilft keinem, aber das werden sie in Paderborn auch irgendwann merken.

Frau Effenberg schadet mit solchen Aktionen nur Ihrem Mann. Ich kenne keine Trainerfrau, die irgendwelche Schiedsrichter-Leistungen kommentiert hat. Das war höchst unprofessionell. Das Schiedsrichter-Thema ist doch ohnehin schon riesengroß. Und nun mischt die erste Trainerfrau via Twitter mit. Peinlich.

Ich glaube, dass wir in Paderborn in dieser Saison noch einen Trainerwechsel sehen. Entweder hat Effenberg soviel Rückgrat und sagt, dass er völlig falsch gelegen hat und der falsche Mann am falschen Ort war. Oder Wilfried Finke (SCP-Präsident, d. Red.) sagt 'Jetzt reicht es'.

Effenberg macht das jetzt seit Oktober und es ist nichts besser geworden. Man hat Leistungsträger verloren, die Qualität hatten, und andere Spieler geholt. Doch es ist keine Philosophie zu erkennen. Ich bin gespannt, wer zuerst die Reißleine zieht, Effenberg oder Finke.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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