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Stefan Kuntz wurde 1996 mit Deutschland Europameister
Stefan Kuntz beendet seine Tätigkeit beim FCK am Saisonende © Getty Images

Stefan Kuntz sieht seine Arbeit beim 1. FC Kaiserslautern nur schwer mit den Erwartungen in Einklang zu bringen. Aus einer gewissen Unzufriedenheit macht der scheidende Boss des Zweitligisten keinen Hehl.

Stefan Kuntz, der scheidende Vorstandsvorsitzende des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, sieht seine Arbeit auf dem Betzenberg nur schwer mit den großen Erwartungen in Einklang zu bringen.

"Ich tue mich nun mal schwer damit, die Unwahrheit zu sagen, die Leute anzulügen oder unrealistische Hoffnungen zu wecken. Und einer muss die Wahrheit, also die Veränderungen, verkaufen: ich. Damit gelte ich für viele hier als Hiob", sagte der Europameister von 1996 im Interview mit dem Magazin 11Freunde, das Donnerstag erscheint.

Kuntz verlässt die Pfälzer am Saisonende nach acht Jahren an der Klubspitze. Über die letzten Jahre bei den Roten Teufeln sagte der Ex-Nationalspieler: "In finanzieller und strategischer Hinsicht haben wir alle unsere Ziele erreicht. Sportlich sicher nicht ganz. Wir haben mehrfach den Aufstieg verpasst. Eine gewisse Unzufriedenheit kann ich insofern nachvollziehen."

Dabei sei der Klub aufgrund der wirtschaftlichen Lage auch gezwungen, sich von hoffnungsvollen Talenten aus der eigenen Jugend zu trennen. "Ich habe von Anfang an gesagt, wir müssen immer wieder Spieler verkaufen, um den Laden am Laufen zu halten. Das zeichnet den FCK aus", sagte der einstige Bundesliga-Torjäger. Der FCK habe vergleichsweise hohe Stadionkosten, die nicht reduzierbar seien.

Kuntz: "Es gibt immer wieder unvorhersehbare Umstände, die erfordern, dass mehr Geld ausgegeben werden muss als erwartet. Dieses Defizit müssen wir durch Spielerverkäufe ausgleichen. Man kann doch einer Bäckerei nicht vorwerfen, dass sie ihre guten Zahlen erreicht, weil sie Brötchen verkauft."

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